Eintracht fightet sich durch 3:0 wieder nach Europa

Frankfurt am Main - In der ausverkauften Commerzbank-Arena machte Eintracht Frankfurt mit unglaublich viel Einsatz und einem verdienten 3:0 gegen Racing Straßburg den Einzug in die Gruppen-Phase der Europa League klar.

Matz Sels (re.) greift zu, Anre Rebic (mi.) versucht noch an den Ball zu kommen und trifft den Torhüter.
Matz Sels (re.) greift zu, Anre Rebic (mi.) versucht noch an den Ball zu kommen und trifft den Torhüter.  © DPA

Die große Frage vor dem Spiel war: Spielt Ante Rebic oder spielt er nicht? Tatsächlich brachte Adi Hütter den wechselwilligen Stürmer als zweite Spitze neben Goncalo Paciencia.

Ansonsten kehrten im Vergleich zur 1:2-Niederlage in Leipzig die geschonten Danny da Costa und Martin Hinteregger zurück ins Team. Almamy Touré ersetzte den angeschlagenen Kapitän David Abraham, der nicht im Kader stand.

Mindestens zwei Tore mussten her, um die 0:1-Niederlage im Hinspiel wettzumachen. Das wollte die Eintracht von der ersten Minute an zu 100 Prozent - genauso wie Fans, die ihr Team wieder phänomenal unterstützten.

Bissig in den Zweikämpfen, laufstark, keinen Ball verloren gebend: Das war das Gesicht der Frankfurter aus der letzten Europa-League-Saison, auch wenn die Genauigkeit vor und im Strafraum zunächst noch etwas fehlte.

Nach Chancen von Daichi Kamada (7.) und Martin Hinteregger (17. ) erzwang dann der wie aufgezogen wirkende Rebic in der 34. Minute das mehr als verdiente 1:0 für die SGE.

Makoto Hasebe erkämpft den Ball in der eigenen Hälfte, umspielt mehrere Franzosen, ehe er links auf Rebic passt. Der lässt im Strafraum einen weiteren Abwehrspieler stehen und gibt auf den ersten Pfosten, wo Stefan Mitrovic den Ball unglücklich ins eigene Tor lenkt. Kamada wäre hinter ihm aber einschussbereit gewesen.

Auch nach dem Führungstreffer ließ die Eintracht nicht locker und kam zu weiteren guten Torchancen. Straßburg schwamm hinten und fand vorne nicht statt.

Dann aber der Schock für die Frankfurter: Der starke Hasebe schickt erneut Rebic steil in den Strafraum, Torhüter Matz Sels stürzt sich ihm entgegen, greift sich den Ball. Im letzten Moment versucht der Kroate noch, an das Leder zu kommen und trifft Sels unglücklich, der sich anschließend windet wie ein Schwerverletzter. Dafür gibt der israelische Schiedsrichter Orel Grinfeld Rot - eine zu harte Entscheidung (44.)

Erst Rot für Straßburg, dann platzt der Knoten

Danny da Costa (re.) freut sich über sein 3:0. Filip Kostic (li.) jubelt mit.
Danny da Costa (re.) freut sich über sein 3:0. Filip Kostic (li.) jubelt mit.  © DPA

Die zweite Hälfte begann in stark aufgeheizter Stimmung. Sportdirektor Bruno Hübner saß mittlerweile auf der Tribüne, so sehr hatte er sich über die rote Karte des unsicher wirkenden Referees aufgeregt.

Die Unruhe auf der Tribüne übertrug sich auf den Platz, wo die Härte zunahm. So dauerte es gerade mal zehn Minuten, ehe der nächste Spieler den Platz verlassen musste.

Dominik Kohr legt Dimitri Lienard, der ihm anschließend mit beiden Händen ins Gesicht greift. Tätlichkeit, Rot, runter.

Dann wurde auch mal wieder Fußball gespielt. Die Eintracht setzte sich am Straßburger Strafraum fest.

Daraus resultierte ein Freistoß aus guter Position mittig aus etwa 18 Metern. Kamada tippt kurz an und Filip Kostic mit einem genialen Kunstschuss an die Unterkante des rechten oberen Ecks und rein (60.). 2:0!

Im Gegenzug dann beinahe das 2:1, aber Kevin Trapp pariert hervorragend gegen Kévin Zohi (63.). Davon ließ sich die SGE aber keineswegs beeindrucken und suchte die Entscheidung.

Und Frankfurt fand auf einmal auch spielerische Lösungen. Der wieder sehr umtriebige und kreative Kamada geht nach einer längeren Ball-Stafette links in den Strafraum und legt zurück auf den einschussbereiten Danny da Costa, der zum 3:0 verwandelt. Stark gemacht (66.)!

Nur vier Minuten später beinahe das 4:0, als Kostic den Ball von der linken Strafraum-Ecke mal eben ans Lattenkreuz nagelte (70.).

Obwohl Straßburg nicht aufgab, war das Spiel danach gelaufen. Etwas konzentrierter hätte die Eintracht sogar noch ein oder zwei Tore mehr machen können. Unterm Strich zählt aber nur der Einzug in die Gruppenphase.

Fazit: Die Eintracht zeigte mit einer unglaublich engagierten Leistung ihr bekanntes Europa-League-Gesicht und gewinnt verdient mit 3:0. In dieser Verfassung darf man sich noch auf einige rauschende europäische Fußball-Partys der Hessen freuen!

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