Es geht um viele Millionen! U-Bahn in Frankfurter Europaviertel wird deutlich teurer

Frankfurt - Die Wohnungen entlang der Strecke durch das citynahe Frankfurter Europaviertel sind bereits zu einem großen Teil bezogen, der U-Bahn-Anschluss dagegen kommt nicht nur später, sondern wird auch deutlich teurer.

Das neue Europaviertel in Frankfurt braucht noch einen U-Bahn-Anschluss (Fotomontage).
Das neue Europaviertel in Frankfurt braucht noch einen U-Bahn-Anschluss (Fotomontage).  © DPA (Fotomontage)

Die Mehrkosten dürften 101 Millionen Euro betragen, sagte der Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) am Freitag.

Allein durch die Bauzeitverlängerung bis 2024 dürften zehn Millionen Euro Mehrkosten zu Buche schlagen. Hinzu kommen unter anderem höhere Baunebenkosten in Höhe von 34,5 Millionen Euro und zehn Millionen Euro für Kampfmittelsondierung.

Das Gebiet auf dem früheren Gelände des Güterbahnhofs war im Zweiten Weltkrieg stark bombardiert worden. Nach Blindgänger-Funden und Bombenentschärfungen erteilte der Kampfmittelräumdienst zusätzliche Auflagen.

Auch Geländestellen, die in der Vergangenheit schon untersucht wurden, mussten noch einmal überprüft werden. "Das hat uns das ganze Jahr 2018 beschäftigt", sagte Ingo Kühn von der Entwicklungsgesellschaft SBEV (Stadtbahn Europaviertel).

Ende Oktober 2018 hatte der Fund einer Weltkriegsbombe in der Europa-Allee bei der Frankfurter Messe zu einer groß angelegten Evakuierung geführt. Circa 16.000 Menschen mussten damals ihre Wohnungen verlassen (TAG24 berichtete).

Künftig vermehrt oberirdische Lösungen

Angesichts der Erfahrungen beim Bau der U-Bahnstrecke und einer zeitgleich im Jahr 2006 beschlossenen und bereits 2011 fertiggestellten Straßenbahnverbindung sagte Oesterling, dass "wir künftig, wo es möglich ist, zu oberirdischen Lösungen kommen." Tunnel solle es nur dort geben, wo es unumgänglich ist.

Ursprünglich sollte die Verlängerung der Linie U5 durch das Europaviertel 281,4 Millionen Euro kosten. Nun werden Gesamtkosten in Höhe von 373,5 Millionen Euro prognostiziert.

Titelfoto: DPA (Fotomontage)


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