Mit diesen Tricks und Gefahren musst Du rund um Black Friday rechnen

von Gina Gadis

Frankfurt am Main - 70 Prozent auf alles! 10.000 Artikel preisreduziert! 30 Prozent Rabatt, so günstig war es noch nie! Beim Anblick dieser Werbesprüche fängt der Schnäppchen-Jäger in uns schon an zu sabbern. Es ist mal wieder soweit: Die Cyber Week läuft und wird vom berühmten Black Friday und Cyber-Monday gekrönt. Endlich kann man sich das sonst so teure Technik-Gadget kaufen.

Die roten "Sales"-Schilder wecken unseren Schnäppchen-Jäger (Symbolbild).
Die roten "Sales"-Schilder wecken unseren Schnäppchen-Jäger (Symbolbild).  © unsplash.com/justinlim

Wir steuern in die Läden und sehen nur noch rot: die roten Sales-Schilder. Sie wecken unseren inneren Schnäppchen-Jäger und so rennen wir von einem vermeintlichen Top-Angebot zum nächsten.

"Lautsprecher 40 Prozent günstiger!“ Ja, muss ich haben! Im Arbeitszimmer steht schließlich noch keiner. Oh, und die Schals sind im Angebot. Davon nehme ich auch noch einen mit.

In so einem Moment lassen wir uns sogar von sinnlosen Gadgets wie Eiersollbruchstellenverursacher und singenden Weihnachtsmännern verführen. Dabei wollten wir doch eigentlich nur ein neues Telefon besorgen.

Am Ende des Tages glüht die Kreditkarte und gibt nichts mehr her. Aber hey, wir haben ja jetzt eine Tasche voller coolen Sachen, die sich bestimmt als sehr nützlich erweisen werden.

Am nächsten Tag erzählt man dann dem Kollegen vom tollen Handy-Deal, den man am Black Friday ergattert hat. Da behauptet der doch tatsächlich, dass das Ding bei irgendeinem Laden schon seit Wochen noch günstiger zu haben sei. Klirr. Wie jetzt? Ist doch Black Friday, günstiger war es doch noch nie, hat das Schild gesagt.

Fake-Rabatte: Oft sind die Preise gar nicht günstiger als sonst

Die Schlacht um die Schnäppchen am Black Friday hat einen Security-Mann vor einigen Jahren sogar das Leben gekostet.
Die Schlacht um die Schnäppchen am Black Friday hat einen Security-Mann vor einigen Jahren sogar das Leben gekostet.  © dpa/Cris Faga

In unserem Shopping-Rausch und Rabatt-Orgasmus verlieren wir scheinbar unser rationales Denken und kaufen einen Haufen Dinge, nur weil uns glaubhaft gemacht wird, dass sie günstiger seien als sonst.

Gerade im Mode-Bereich ist es ganz besonders schlimm. So kauft der durchschnittliche Deutsche laut einer Studie im Jahr 60 neue Kleidungsstücke.

Natürlich ist es in Ordnung, wenn man den Black Friday nutzt, um günstiger den neuen Kühlschrank zu erwerben, den man sowieso braucht.

Aber wir sollten uns alle vor der Verführung der Sales Schilder schützen und uns Gedanken machen, was wir wirklich benötigen und nicht leihen, tauschen oder gebraucht ergattern können.

Und, liebe Freunde, lasst euch nicht übers Ohr hauen, oftmals sind die Preise überhaupt nicht günstiger als sonst. Wir werden ausgetrickst.

Denn die Sparangebote beziehen sich auf die unverbindliche Preisempfehlung der Händler (UVP). Tatsächlich verlangt aber kaum ein Verkäufer diese Preise, da sie viel zu hoch angesetzt sind. Sich genau zu überlegen, was man wirklich braucht und vorher online einen Preis-Vergleich zu machen, schützt davor unnötigen und überteuerten Kram zu kaufen.

Nach dem Konsum-Rausch kommt der Shopping-Hangover

Denn nachdem der Konsum-Rausch abgeklungen ist, kommt der Shopping-Hangover. Es folgen oftmals Schuldgefühle und ein schlechtes Gewissen über die meist unnötigen Einkäufe.

Und so verstaubt der neue Lautsprecher nach ein paar Mal, die man ihn genutzt hat. Der neue Schal reiht sich zu den anderen 15. Und das Eierding verschwindet in der Schublade.

Um dieses kurze Gefühl der Euphorie und Bedürfnis-Befriedigung zurückzubekommen, rennen wir wieder los und lassen uns erneut von den roten Sales-Schildern verführen. Konsum-Rausch. Shopping-Hangover und das Ganze wieder von vorne.

Und so verkommt die Zeit der Besinnlichkeit, Ruhe und Nächstenliebe zur Zeit des Konsum-Rausches, Arbeiter-Ausbeutung und Ressourcen-Verschwendung.

Ja es ist tatsächlich ein schwarzer Tag und das nicht, weil die Läden schwarze Zahlen schreiben. Es ist vor allem ein schwarzer Tag für unseren Planeten.

Über die Autorin

TAG24-Kolumnistin Gina Gadis.
TAG24-Kolumnistin Gina Gadis.  © Gina Gadis

Gina Gadis (25) wurde in Dresden geboren und studierte in Freiberg Wirtschaftsingenieurwesen. Zwischen ihrem Bachelor und dem Master ging sie auf Reisen.

Knapp zwei Jahre bereiste Gina die Welt, zehn Monate davon war sie in Asien unterwegs.

Hier kam es zu der Initialzündung. Denn vielerorts in Asien sind die Menschen nicht mehr Herr über die Vermüllung ihrer Orte.

Gina sammelte schon auf ihrer Reise Müll ein, öffentlichkeitswirksam begeisterte sie auch immer mehr Menschen in ihrer Heimat für das Thema.

Als sie zurück nach Deutschland kam (aktuell Masterstudentin in Darmstadt), verfolgte sie weiter die Müll-Thematik. Sie schreibt nun unter anderem diese Kolumne für TAG24.

Titelfoto: Bild-Montage: Gina Gadis, unsplash.com/justinlim


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