Halloween steht vor der Tür: So erschreckst du weder die Umwelt noch den Geldbeutel

Von Gina Gadis

Süßes oder Saures! Es ist mal wieder soweit - Halloween steht vor der Tür. Das amerikanische Gruselfest mag nicht jedermanns Sache sein, aber gerade Kinder lieben es, sich zu verkleiden und um die Häuser zu ziehen. Um für das richtige Grusel-Flair zu sorgen, sind die Einkaufsläden mit passender Dekoration und Kostümen prall gefüllt.

Kunstblut kann man ganz einfach aus Lebensmitteln herstellen (Symbolbild).
Kunstblut kann man ganz einfach aus Lebensmitteln herstellen (Symbolbild).  © unsplash.com/Racheal Lomas

Schade nur, dass das meiste davon aus umweltschädlichem Plastik hergestellt wird und wahrscheinlich auch noch Kinder dafür arbeiten mussten. Doch mit ein paar einfachen und coolen Ideen schafft man es, ein schauriges Fest auch ohne schlechtes Gewissen zu kreieren.

Und wie immer, wenn es darum geht, nachhaltig zu handeln, solltest Du Dich als Erstes fragen: Was habe ich bereits zu Hause? Was kann ich eventuell umfunktionieren oder mir zum Beispiel von Bekannten ausleihen? Gerade wenn es um die Kostüme geht, muss man nicht gleich losrennen und viel Geld im nächsten Kostümladen lassen.

Das gute alte Bettlacken-Gespenst kann zum Beispiel mit ein bisschen Edding-Bemalung auch heute noch für einen ordentlichen Gruselschauer sorgen. Aus einem Bettlaken kann man auch ganz einfach ein Mumienkostüm basteln. Oder wie wäre es mit schwarzen Klamotten und einer gruseligen Gesichtsbemalung? Einfach mal im Kleiderschrank wühlen oder vielleicht auch mal bei Oma auf dem Dachboden schauen.

Aus Stoffresten, alten Klamotten und Co. kann man meist originelle und gruselige Kostüme herstellen (Inspiration findest Du hier). Und selbst wenn das nicht richtig klappt, ist es immer noch besser im Second-Hand-Laden nach passenden Stücken zu schauen, als sich ein neues Kostüm aus Synthetikstoffen zu kaufen.

Einen furchtbaren Gruselschauer bekommt man schon, wenn man auf die Liste der Inhaltsstoffe von herkömmlicher Kinderschminke schaut. Blei, Konservierungsstoffe, Mineralöl-Kohlenwasserstoffe und vieles mehr sind alles andere als gut für die Haut und Umwelt. Das perfekte Halloween-Make-Up bekommt man ganz einfach aus Naturprodukten, wie zum Beispiel von Naturhome, Jofrika Nature for Fun und Livos Vida Naturschminke oder man macht es einfach selbst.

Gesunde Süßkram-Alternativen anstatt umweltschädlicher Zuckerbomben?

Statt teure Kostüme zu kaufen, einfach schwarze Sachen anziehen und das Gesicht schaurig bemahlen (Symbolbild).
Statt teure Kostüme zu kaufen, einfach schwarze Sachen anziehen und das Gesicht schaurig bemahlen (Symbolbild).  © unsplash.com/Laercio Cavalcanti

Auch Kunstblut braucht man nicht als Chemiecocktail im Laden kaufen, man kann es ganz einfach selbst aus Rote-Beete-Saft, Kirschsaft und Speisestärke zusammenmischen. Wie genau das funktioniert, findest Du hier.

Wenn die kleinen Gruselmonster dann an der Türe klingeln und Süßes oder Saures verlangen, solltest Du ihre Taschen nicht mit Süßigkeiten abspeisen, die in Plastik verpackt sind.

Mal abgesehen davon, dass die Herstellung der meisten Süßigkeiten auf Kosten der Natur und Umwelt basieren, landet die Verpackung auch gerne mal auf dem Boden. Besser ist es, den Kindern Süßigkeiten aus nachhaltigen Quellen mit recycelbarer Verpackung anzubieten, die man zum Beispiel im nächsten Bioladen finden kann.

Aber auch Mandarinen, die mit einem Kürbisgesicht bemalt sind, stellen eine gute und vor allem gesunde Alternative dar. Eine weitere coole Idee: Statt Naschereien freuen sich die Kleinen bestimmt auch über Schätze. Alte Münzen, Steine oder Armbänder, die vielleicht noch in irgendeiner Kiste schlummern, können zusammen mit einer guten Geschichte Kinderaugen zum Leuchten bringen.

Auch in Puncto Dekoration braucht man keine Plastikspinnen, Kunststoffskelette und Co. zu kaufen. Mutter Natur schenkt uns im Herbst jede Menge Laubblätter, Kastanien und andere Naturmaterialien, mit denen man sein zu Hause wunderbar herbstlich und auch gruselig dekorieren kann. Schaut doch einfach mal bei Pinterest nach.

Auch die Halloween-Deko kannst Du ganz einfach selbst herstellen

An Halloween werden auch wieder zahlreiche "Zombies" unterwegs sein (Symbolbild).
An Halloween werden auch wieder zahlreiche "Zombies" unterwegs sein (Symbolbild).  © DPA

Selbstverständlich darf auch das geschnitzte Kürbisgesicht nicht fehlen. Den Inhalt des Kürbisses solltest Du auf keinen Fall entsorgen. Ob Suppen, Muffins, Brote, Konfitüren, Chutneys oder Kuchen - aus Kürbisfleisch lassen sich jede Menge Leckereien zaubern.

Und um den Kürbis auszuleuchten, solltest Du anstatt einer herkömmlichen Kerze aus Paraffin, welches auf Erdöl basiert, lieber Kerzen aus Sojawachs oder Biomasse verwenden oder Du ziehst Kerzen aus Wachsresten einfach selbst.

Aber auch selbstgebastelte Dekoration wie Papierfledermäuse oder Taschentuchgeister sind bei weitem besser als die Plastikalternativen aus dem Laden. Zumindest solange Du Papier aus nachhaltigem Anbau mit dem Siegel der Rainforest Alliance und/oder dem FSC-Siegel verwendest (mehr Ideen findest Du hier).

Ob gekauft oder selbst-gebastelt: Wirf die Dekomaterialien nicht einfach weg, sondern lagere sie ein, um sie nächstes Jahr wieder zu verwenden. So schonst Du Ressourcen und Deinen Geldbeutel.

Mit ein bisschen Kreativität und einem schonenden Umgang mit Materialien wird dieses Halloween nicht zum Albtraum für die Umwelt, sondern zum "Happy Hallogreen"!

Über die Autorin

TAG24-Kolumnistin Gina Gadis.
TAG24-Kolumnistin Gina Gadis.  © Gina Gadis

Gina Gadis (25) wurde in Dresden geboren und studierte in Freiberg Wirtschaftsingenieurwesen. Zwischen ihrem Bachelor und dem Master ging sie auf Reisen.

Knapp zwei Jahre bereiste Gina die Welt, zehn Monate davon war sie in Asien unterwegs.

Hier kam es zu der Initialzündung. Denn vielerorts in Asien sind die Menschen nicht mehr Herr über die Vermüllung ihrer Orte.

Gina sammelte schon auf ihrer Reise Müll ein, öffentlichkeitswirksam begeisterte sie auch immer mehr Menschen in ihrer Heimat für das Thema.

Als sie zurück nach Deutschland kam (aktuell Masterstudentin in Darmstadt), verfolgte sie weiter die Müll-Thematik. Sie schreibt nun unter anderem diese Kolumne für TAG24.

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