Bundes-Innenminster Seehofer äußert sich zum Todes-Drama in Frankfurt

Frankfurt am Main/Berlin - Bundesinnenminister Horst Seehofer hat sich nach dem Todes-Drama von Frankfurt mit den Chefs der Sicherheitsbehörden in Berlin getroffen. Bei der Presse-Konferenz gab es auch neue Fakten zum Tatverdächtigen.

Bundesinnenminister Horst Seehofer äußerte sich am Dienstag zu dem Vorfall.
Bundesinnenminister Horst Seehofer äußerte sich am Dienstag zu dem Vorfall.  © dpa/Britta Pedersen

Dieter Romann, der Präsident der Bundespolizei fasste die Erkenntnisse der bisherigen Ermittlungsarbeit zusammen.

Demnach sei der 40-jährige Eritreer 2006 illegal in die Schweiz eingereist und habe dort Asyl beantragt.

2008 habe er dann eine Niederlassungs-Bewilligung erhalten und sich seitdem legal in der Schweiz aufgehalten.

Der Mann sei verheiratet und habe drei Kinder(1, 3 und 4). Er habe eine feste Arbeit und sei gut integriert gewesen. Jahrelang galt der Eritreer als "Musterbeispiel gelungener Integration", betonte der Bundesinnenminister.

Allerdings hätten die Schweizer Behörden mitgeteilt, dass in der Schweiz nach dem Mann aktuell gefahndet werde: Er hatte eine Nachbarin mit einem Messer bedroht und gewürgt.

Der Vorfall sei am vergangenen Donnerstag (18. Juli) passiert, teilte die Schweizer Polizei am Dienstag mit. Der Mann sei seit Anfang des Jahres auch in psychiatrischer Behandlung und krankgeschrieben gewesen.

Mit starrem Blick versteckte sich der Mann hinter einem Pfeiler

Auch zum genauen Tathergang machte Romann weitere Angaben.

So hätten Zeugen beobachtet, wie sich der 40-Jährige mit starrem Blick auf dem Gleis herumdrückte und dann hinter einem Pfeiler versteckte. Dann habe er erst die 40-jährige Mutter dann ihren 8-jährigen Sohn auf die Gleise geschubst.

Während sich die 40-Jährige aus dem Gleisbett retten konnte, wurde ihr Sohn von einem einfahrenden ICE erfasst und erlag seinen Verletzungen.

Eine 78-jährige Frau wollte der Tatverdächtige ebenfalls vor den Zug stoßen. Diese stürzte allerdings und verletzt dabei an der Schulter. Der Mann ließ daraufhin von ihr ab und flüchtete.

Zeugen, die den Vorfall beobachtet hatten - darunter ein Polizist in zivil - verfolgten den Mann und konnten ihn schließlich stellen.

Seehofer dankte den Zeugen noch einmal und lobte die Beteiligten als "herausragende Beispiele für Zivilcourage".

Trauernde legten Blumen im Gedenken an den Verstorbenen Achtjährigen am Frankfurter Hauptbahnhof nieder.
Trauernde legten Blumen im Gedenken an den Verstorbenen Achtjährigen am Frankfurter Hauptbahnhof nieder.  © dpa/Frank Rumpenhorst

Titelfoto: Montage: DPA/Britta Pedersen, Frank Rumpenhorst

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