Junge (8) auf Gleise gestoßen und von ICE getötet: Keine Anklage gegen Täter?

Frankfurt am Main - Im Fall der Gleisattacke mit einem toten Jungen am Frankfurter Hauptbahnhof (TAG24 berichtete) steht das Ermittlungsverfahren kurz vor dem Abschluss.

Die schreckliche Attacke ereignete sich am 29. Juli am Gleis 7 des Frankfurter Hauptbahnhofs.
Die schreckliche Attacke ereignete sich am 29. Juli am Gleis 7 des Frankfurter Hauptbahnhofs.  © dpa/Frank Rumpenhorst

Die Ermittlungen würden dem Ende zugehen, sagte eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft am Mittwoch. Es werde voraussichtlich im nächsten Jahr zum Prozess gegen den mutmaßlichen Täter kommen. Wann genau sei noch offen.

Ende Juli hatte ein Mann einen Achtjährigen und dessen Mutter vor einen einfahrenden ICE gestoßen. Der Junge starb im Gleisbett, seine Mutter konnte sich in letzter Sekunde retten. Eine ältere Frau, die er auch attackiert hatte, konnte sich in Sicherheit bringen, ohne auf die Gleise zu stürzen.

Der Tatverdächtige, ein Eritreer, der seit 2006 in der Schweiz lebte, kam zunächst in Untersuchungshaft. Der Mann steht unter dringendem Verdacht des Mordes und zweifachen Mordversuchs. Er ist in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete, erhebt die Staatsanwaltschaft keine Anklage, da der Mann als psychisch krank und schuldunfähig gilt.

Stattdessen werde die Unterbringung in einer Psychiatrie beantragt, eine entsprechende Antragsschrift sei bereits an das Gericht ergangen. Die Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft wollte das zunächst nicht bestätigen.

Der Vorfall hatte auch eine Debatte über die Sicherheit an Bahnhöfen ausgelöst.

Nach der tödlichen Gleisattacke legten Anteilnehmende Blumen, Stofftiere und Kerzen am Unglücksort ab.
Nach der tödlichen Gleisattacke legten Anteilnehmende Blumen, Stofftiere und Kerzen am Unglücksort ab.  © DPA/Arne Dedert

Titelfoto: dpa/Frank Rumpenhorst

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