Polizei testet Elektroschocker und ist begeistert

Die Pfeile des Tasers gehen bei einem Einsatz tief unter die Haut.
Die Pfeile des Tasers gehen bei einem Einsatz tief unter die Haut.  © DPA

Frankfurt - Erste Erfahrungen des Einsatzes von Elektroschockern bei der hessischen Polizei haben positive Ergebnisse gebracht.

Darin sind sich das Innenministerium und die Gewerkschaft der Polizei einig. Allerdings reichten sie noch nicht für eine Zwischenbilanz, heißt es im Innenministerium.

Die 18-monatige Testphase geht noch bis Ende Oktober 2018. Hessen ist nach Berlin und Rheinland-Pfalz das dritte Bundesland in Deutschland, das die sogenannten Distanz-Elektroimpulsgeräte testet. Die Testphase hat im Mai beim Überfallkommando des Polizeipräsidiums Frankfurt begonnen.

Mitte November wurde der Test auf das 1. Polizeirevier in Offenbach als Pilotdienststelle ausgeweitet. In Frankfurt habe es bislang zwei Einsätze mit den Elektroschocken im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt gegeben, berichtete ein Sprecher des Innenministeriums. Beide seien erfolgreich verlaufen. Vor dem Test benutzten nur Spezialeinheiten (SEK) in Hessen die Geräte, die nach ihrem Hersteller Taser genannt werden; allerdings schon seit zwölf Jahren.

Die Wirkungsweise berge für Menschen zwar weniger Risiken als ein Schusswaffengebrauch, heißt es bei der Polizei. Für die Einsatzkräfte steige aber das Risiko, weshalb spezielle taktische Konzepte erforderlich seien.

Bei einem Taser-Einsatz schießt ein Polizist aus einer Distanz vondrei bis fünf Metern mit Draht verbundene Pfeile ab. Ein Leuchtpunkt auf dem Körper der Zielperson zeigt die Trefferstelle an. Der Pfeil dringt einen Zentimeter tief in die Haut ein. Über den Draht wird ein

schwacher Stromimpuls von 1,3 bis 2,9 Milliampere mit der hohen Spannung von 50.000 Volt abgegeben. Der Strom wirkt sich unmittelbar auf Nerven und Muskeln aus, was für die Dauer von mehreren Sekunden eine völlige Handlungsunfähigkeit bewirkt.


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