Haben Hessens Mieter wirklich Angst vor ihrem Vermieter?

Vor allen Dingen in Frankfurt ist bezahlbarer Wohnraum knapp. (Symbolbild)
Vor allen Dingen in Frankfurt ist bezahlbarer Wohnraum knapp. (Symbolbild)  © DPA

Frankfurt - Die Zahl der Verfahren wegen Mietstreitigkeiten vor hessischen Gerichten ist deutlich gesunken. Doch was bedeutet das?

Nach Angaben des Justizministeriums gingen an den hessischen Amtsgerichten im vergangenen Jahr 18.314 Klagen von Mietern oder Vermietern ein, wie der Radiosender hr-Info am Montag berichtete. Vor fünf Jahren seien es noch 22.933 Klagen gewesen.

Diese Entwicklung sei unter anderem in Frankfurt zu verzeichnen, sagte der Vize-Präsident des Frankfurter Amtsgerichts, Frank Richter, laut hr-Info.

Der signifikante Rückgang in Mietsachen liege im allgemeinen Trend. So gebe es in Frankfurt so gut wie keine Klagen wegen Mietwuchers. Eine Erklärung könne die gute wirtschaftliche Lage sein, sagte Richter. Dadurch sei die Zahlungsmoral besser - auf beiden Seiten.

Der Hauseigentümerverband Haus und Grund hat laut hr-Info eine "Entspannung" beim Verhältnis zwischen Mietern und Vermietern ausgemacht. Man gehe großzügiger miteinander um und einige sich in vielen Fällen außergerichtlich.

Der Vorsitzende des Mieterschutzvereins in Frankfurt, Rolf Janßen, interpretierte die Zahlen ganz anders: Angesichts der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt seien viele Mieter eingeschüchtert. Aus Angst, ihre Wohnung zu verlieren, trauten sich viele nicht, ihren Vermieter zu verklagen.


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