Mädchen (6) darf Fußballer-Idol dank Radiosender treffen, doch etwas ist gewaltig faul

Frankfurt - Schöner hätte die Freude über ein Nikolaus-Geschenk wohl kaum aussehen können. Ein sechsjähriges Mädchen wünschte sich nichts sehnlicher, als ihr Fußballer-Idol Ante Rebic (25) einmal persönlich zu treffen - und bekommt diesen Wunsch von Radiosender HR3 erfüllt. Doch die ganze Sache hat einen faden Beigeschmack.

Die Sechsjährige und ihre Schwester wünschten sich zu Nikolaus nichts sehnlicher als Eintracht-Stürmer Ante Rebic einmal persönlich zu treffen.
Die Sechsjährige und ihre Schwester wünschten sich zu Nikolaus nichts sehnlicher als Eintracht-Stürmer Ante Rebic einmal persönlich zu treffen.  © DPA/Facebook HR3

Auf einem Blatt Papier hatte das Mädchen ihren Wunsch an den Nikolaus verfasst: "Lieber Nikolaus, das ich oder besser gesagt wir (Anm. d. Red.: Die Schwester des Mädchens) Ante Rebic kennenlernen". Davon bewegt postete die Mutter der Geschwister den Wunschzettel auf Facebook.

Ein Moderator der Frühsendung wurde darauf aufmerksam und gab das Anliegen an die Sendungsredaktion weiter, die wiederum mit der Eintracht ein Treffen mit dem Stürmer arrangierte.

Die Mutter der beiden Glückspilze bekam einen Anruf vom Sender und war davon "milde gesagt, geplättet". Beim Heimspiel gegen Bayer 04 Leverkusen war es dann so weit: Rebic widmete den beiden Mädels einige Momente, und obendrein gab es für jede noch ein handsigniertes Trikot, wie ein HR3-Video auf Facebook zeigt.

Einen entscheidenden Haken hatte die Sache dann aber doch. Die Mutter der Mädchen ist eine Mitarbeiterin beim Hessischen Rundfunk! Zwar ist sie im Bereich Fernsehen tätig, ist aber dennoch Teil des Unternehmens. Das Portal Fair Radio machte den Sender darauf aufmerksam, was eine Stellungnahme nach sich zog.

"Als das hr3-Team erfahren hat, dass die Mutter im hr arbeitet, hätte hr3 die Aktion in dieser Form stoppen müssen. Auch wenn es sich bei dieser Aktion um kein Gewinnspiel handelt, bei dem hr-Mitarbeiter und Angehörigen nach unseren Richtlinien ausgeschlossen sind, war es ein Fehler, der Tochter einer hr-Kollegin diesen Wunsch zu erfüllen."

Doch gestoppt wurde die Aktion trotz der Entdeckung dieses Lapsus nicht. Allem Anschein nach wohl auch, weil das Treffen zu diesem Zeitpunkt bereits mit der Eintracht terminiert war.

Dennoch gelobte der Sender Besserung, sollten sich zukünftig ähnliche Fälle ergeben: "Als öffentlich-rechtlicher Sender vertreten wir Werte nach außen und müssen diese auch nach innen leben. Bei uns arbeiten viele Kolleginnen und Kollegen und machen täglich gutes Programm. Wenn Fehler im Eifer des Gefechts passieren, hinterfragen wir diese und entwickeln Maßnahmen, diese nicht zu wiederholen."

Die Freude über ihr besonderes Geschenk kann der jungen Dame und ihrer Schwester trotzdem niemand nehmen. Und auch die HR3-Stellungnahme fand aufgrund der Umstände fast ausschließlich positiven Anklang.

Titelfoto: DPA/Facebook HR3


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