Ausländische Agenten? Darum spionierte Ehepaar angeblich in Deutschland

Karlsruhe/Frankfurt am Main - Der Generalbundesanwalt hat in Frankfurt ein mutmaßliches Agenten-Paar angeklagt, das für einen indischen Geheimdienst gearbeitet haben soll.

Das Paar soll über Jahre hinweg für den indischen Auslandsgeheimdienst spioniert haben (Symbolbild).
Das Paar soll über Jahre hinweg für den indischen Auslandsgeheimdienst spioniert haben (Symbolbild).  © 123RF (Fotomontage)

Der 50-jährige Inder Manmohan S. und seine 51 Jahre alte Ehefrau Kanwal Jit K. sollen Informationen über die oppositionelle Sikh-Szene und Kaschmir-Bewegung in Deutschland gesammelt und geliefert haben, wie die Behörde am Dienstag in Karlsruhe mitteilte.

Ihr Auftraggeber war demnach der indische Auslandsgeheimdienst Research & Analysis Wing (R&AW).

Wann der Prozess vor dem Oberlandesgericht Frankfurt beginnt, ist noch unklar. Das Gericht muss zuerst über die Zulassung der Anklage entscheiden.

Manmohan S. soll sich Anfang 2015 zur Zusammenarbeit mit dem indischen Auslandsgeheimdienst bereit erklärt haben.

Seine Ehefrau habe sich ihm im Juli 2017 angeschlossen. Das Paar soll insgesamt 7200 Euro Agentenlohn erhalten haben.

Den beiden wird geheimdienstliche Agententätigkeit vorgeworfen, nun drohen ihnen bis zu fünf Jahre Haft oder eine Geldstrafe. Sie befinden sich den Angaben zufolge derzeit nicht in Untersuchungshaft.

Sikh-Religion und Kaschmir-Bewegung im Visier

Die monotheistische Sikh-Religion entstand im 15. Jahrhundert in Nordindien. Sie steht im Widerspruch zu dem in Indien weit verbreiteten Hinduismus.

Die nordindische Region Kaschmir ist zwischen den verfeindeten Staaten Indien und Pakistan umstritten.

Immer wieder kommt es deswegen zu Spannungen und auch militärischen Eskalationen zwischen den beiden Atommächten.

Titelfoto: 123RF (Fotomontage)

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