16-Jährigem Flugticket gekauft, damit er sich dem IS anschließen kann?

Frankfurt - Gegen einen mutmaßlichen IS-Sympathisanten will das Landgericht Frankfurt voraussichtlich am Freitag sein Urteil verkünden.

Der Teenager starb daraufhin im syrischen Bürgerkrieg (Symbolfoto).
Der Teenager starb daraufhin im syrischen Bürgerkrieg (Symbolfoto).  © 123RF/Artem Kontratiev

Der 29-Jährige hatte sich seit April dieses Jahres vor der Staatsschutzkammer zu verantworten, weil er laut Anklage bereits 2013 einen damals 16-Jährigen mit einem Flugticket Richtung Türkei ausgestattet haben soll.

Von dort aus soll sich der Schüler schließlich nach Syrien begeben haben, wo er Anfang 2014 im Bürgerkrieg erschossen wurde.

Die Staatsanwaltschaft wertet dies als Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat und beantragte eine Haftstrafe von zweieinhalb Jahren.

Die Verteidigung plädierte dagegen auf Freispruch.

Update, 15.50 Uhr: Als Anhänger der radikalislamischen Terrororganisation IS, der einen 16 Jahre alten Schüler in den syrischen Bürgerkrieg schickte, ist ein Mann zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Mit ihrem Urteil ging die Staatsschutzkammer des Landgerichts Frankfurt am Freitag noch um ein Jahr über das von der Staatsanwaltschaft geforderte Strafmaß hinaus. Der 29-Jährige wurde wegen Beihilfe zu einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat verurteilt.

Der 29-Jährige hatte in dem seit April laufenden Prozess die Vorwürfe bis zuletzt bestritten. Er sei davon ausgegangen, dass sein junger Bekannter an der türkischen Riviera seine Familie besuchen wollte, sagte er.

Die Richter glaubten dem Angeklagten nicht. Die kriminelle Energie, mit der der Angeklagte zwischen 2011 und 2016 junge Muslime für den Einsatz im Bürgerkrieg zu gewinnen versucht habe, sei immens, so das Gericht. Er habe über einen längeren Zeitraum in Deutschland Strukturen geschaffen, um junge Muslime für den Einsatz im bewaffneten Kampf zu gewinnen.

Dem 16-Jährigen habe er nicht nur das Flugticket in die Türkei beschafft, sondern es auch noch bezahlt.

Heute wird voraussichtlich das Urteil gefällt (Symbolfoto).
Heute wird voraussichtlich das Urteil gefällt (Symbolfoto).  © DPA

Titelfoto: 123RF/Artem Kontratiev

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