Jugendstrafe für IS-Sympathisant: Anschlag mit Schwarzpulver geplant

Frankfurt am Main - Weil er mit Schwarzpulver aus 50 China-Böllern einen islamistischen Anschlag geplant haben soll, ist ein 20-Jähriger vom Frankfurter Oberlandesgericht verurteilt worden.

Die Haftstrafe für den 20-Jährigen wurde zur Bewährung ausgesetzt.
Die Haftstrafe für den 20-Jährigen wurde zur Bewährung ausgesetzt.  © 123rf/phartisan

Die Richter setzten die Jugendstrafe von zwei Jahren am Montag zur Bewährung aus.

Der Iraker soll mit der terroristischen Vereinigung "Islamischer Staat" sympathisiert haben.

Laut Urteil hatte der Mann 2017 aus China-Böllern rund 75 Gramm Schwarzpulver gewonnen, mit dem er kurzzeitig einen Sprengstoff-Anschlag geplant habe.

Darüber hinaus habe er auf Facebook Anleitungen für Sprengsätze verschickt und Werbung für den IS betrieben, "die nicht nur Imponiergehabe war", sagte der Vorsitzende Richter.

Das Gericht ging von der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat sowie Werbung und Anleitung für eine solche Tat aus.

Der Mann hatte bei seinen Eltern im nordhessischen Eschwege gewohnt und saß seit Februar 2018 in Untersuchungshaft.

Verteidiger: Angeklagter hat "naive, jugendliche Züge"

Auf Anordnung des Gerichts darf er in den kommenden fünf Jahren Reisen ins Ausland nur mit Genehmigung des Oberlandesgerichts antreten.

Der Verteidiger sprach von "naiven, jugendlichen Zügen" des Angeklagten und votierte für eine Bewährungs-Strafe.

Die Vertreter der Generalstaatsanwaltschaft hatten zwei Jahre und acht Monate Haft gefordert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Titelfoto: 123rf/phartisan

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