Bomben-Drohung beim Geburtstag von Altkanzler Schröder: Täter muss ins Gefängnis

Frankfurt/Main - Wegen einer Bomben-Drohung beim Geburtstag von Altbundeskanzler Gerhard Schröder (75) muss sich ein 42 Jahre alter Mann aus Berlin ab Donnerstag (11.30 Uhr) erneut vor dem Landgericht Frankfurt verantworten.

Gerhard Schröder bei der Ankunft an seinem 70. Geburtstag im Schlosshotel Kronberg.
Gerhard Schröder bei der Ankunft an seinem 70. Geburtstag im Schlosshotel Kronberg.  © dpa/Frederik von Erichsen

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, an Schröders 70. Geburtstag am 12. Mai 2014 mit der Drohung die Räumung des Schlosshotels in Kornberg im Taunus die Räumung des Hotels verursacht zu haben.

Im Hotel war während der Geburtstagsfeier des Altkanzlers ein Anruf eingegangen, in dem von einer in Kürze hochgehenden Bombe die Rede war. Die Geburtstags-Gesellschaft musste daraufhin das Hotel verlassen.

In einem ersten Prozess wurde der Anrufer zu sechs Monaten Bewährungsstrafe verurteilt.

Das Oberlandesgericht gab allerdings der Revision der Staatsanwaltschaft statt, die das Urteil als zu mild ansah.

Angeklagt ist der Mann wegen Störung des öffentlichen Friedens.

Update 17.56 Uhr: Angeklagter zu elf Monaten ohne Bewährung verurteilt

Nach der Bombendrohung musste das Schlosshotel Kronberg geräumt werden (Archivbild).
Nach der Bombendrohung musste das Schlosshotel Kronberg geräumt werden (Archivbild).

Der 42-jährige Angeklagte wurde im Revisionsverfahren am Donnerstag in Frankfurt zu elf Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt.

Die Richter ordneten zudem die Unterbringung des Berliners in einer Entzugs-Anstalt an. Das Landgericht hatte den Mann im August 2017 zunächst zu sechs Monaten Bewährungsstrafe wegen Bedrohung verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft erreichte in der Revision allerdings die Aufhebung des Urteils durch das Oberlandesgericht, da auch der Tatbestand der Störung des öffentlichen Friedens in Betracht komme.

Im Urteil des neuen Prozesses hieß es nun, die vielen einschlägigen Vorstrafen des Mannes ließen eine Bewährungsstrafe nicht mehr zu.

Er hatte vor Gericht den Anruf gestanden und ihn mit seinem "Ärger über die Ungerechtigkeit der Welt" begründet, der ihn regelmäßig nach dem Konsum größerer Mengen Alkohols befalle. Das Gericht ordnete deshalb die Unterbringung in einer Klinik an. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Titelfoto: dpa/Frederik von Erichsen

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