Wurde Aktivist auf offener Straße zusammengeschlagen, nur weil er schwul ist?

Frankfurt/Berlin - Am Samstag schillerte Berlin in Regenbogenfarben. Rund eine Millionen feierten den Christopher Street Day zum Großteil friedlich – dass es auch Ausnahmen gab, zeigt der aktuelle Facebook-Post eines Besuchers.

Teilnehmer der CSD-Parade am 27.07.2019 in Berlin alten ein Plakat mit der Aufschrift "Pro Homo & Pro Secco" und eine Regenbogenfahne.
Teilnehmer der CSD-Parade am 27.07.2019 in Berlin alten ein Plakat mit der Aufschrift "Pro Homo & Pro Secco" und eine Regenbogenfahne.  © DPA

Darauf zu sehen: Ein junger Mann mit aufgeplatzter Lippe und blutender Nase.

Doch was ist geschehen? In seinem Facebook-Post berichtet der homosexuelle Aktivist Christian G. aus Frankfurt von den Geschehnissen aus seiner Sicht:

So war er am Tag des CSDs gegen 18 Uhr mit zwei Freunden vor den Toren der Russischen Botschaft unterwegs und wurde plötzlich Opfer eines aggressiven Unbekannten.

Alles soll damit angefangen haben, dass der Unbekannte seinen Freund mit Absicht angerempelt habe. Als Christian G. diesen darauf ansprach, hätte der Mann äußerst aggressiv reagiert und ihn aufgefordert, sich zu "verpissen".

Als der Frankfurter dies verneinte, kam eine Frau hinzu, die Christian G. ebenfalls aggressiv aufgefordert haben soll, zu verschwinden. Auch der Unbekannte wiederholte seine Aussage mit den Worten: "Du hast drei Sekunden, verpiss Dich!"

Wieder verneinte Christian G. Daraufhin sollen erst der Mann und dann die Frau ihm jeweils mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben! Dabei hätten sie immer wieder „Scheiß Schwuchtel! Verpisst euch!“ gerufen.

Aktivist mit klarer Ansage

Christian G. rief daraufhin die Polizei. Während der unbekannte Schläger floh, blieb die Frau und gab vor der Polizei an, Christian G. habe ihre Freundin geschlagen, was dieser jedoch bestreitet. Denn besagte Freundin soll während der Tat gar nicht dabei gewesen sein! Zudem betont der Aktivist, er habe "keine Faust gegen Wen erhoben". Beide Seiten erstatteten Anzeige. Der geflohene Unbekannte indes, konnte bisher nicht ausfindig gemacht werden.

Mit seinem Facebook-Post zu den Geschehnissen des 27. Julis will der Frankfurter Aktivist ein klares Statement gegen "Homofeindlichkeit, gegen jegliche Menschenfeindlichkeit" setzen. "Berlin, nein, die ganze Welt, sie gehört uns allen! Und darauf bestehe ich. Dafür kämpfe ich. Dafür kämpfen wir! Tag für Tag", so seine emotionalen Abschlussworte.