Messerstiche auf Marktplatz: Angeklagter bestreitet Tat, dann verblüfft seine Tochter alle

Frankfurt am Main - Wegen einer lebensgefährlichen Messerattacke auf dem Marktplatz von Kelkheim steht seit Donnerstag ein Angeklagter vor dem Landgericht Frankfurt.

Mit einem Küchenmesser soll der Angeklagte mehrfach zugestochen haben (Symbolfoto).
Mit einem Küchenmesser soll der Angeklagte mehrfach zugestochen haben (Symbolfoto).  © 123RF/Samantha Ireland

Dem 52-Jährigen wird versuchter Totschlag vorgeworfen. Er bestritt die Vorwürfe.

Der Italiener soll im Februar einen 42-Jährigen in der Stadt im Main-Taunus-Kreis fünf Mal mit einem Küchenmesser in den Oberkörper gestochen haben.

Zuvor habe der Pole die Tochter (16) des Angeklagten beleidigt. Das Opfer erlitt schwere Verletzungen und musste im Krankenhaus notoperiert werden. Der Mann soll zum Tatzeitpunkt stark alkoholisiert gewesen sein.

Der Angeklagte bestritt den Messerangriff energisch. Er sei wohl auf dem Marktplatz gewesen, wo es zu einem Handgemenge gekommen sei. Die Stiche aber müssten von jemanden anderen ausgeführt worden seien. Wenige Stunden nach dem Vorfall war der Angeklagte in seiner Wohnung festgenommen worden. Er stand unter Alkoholeinfluss. Das Tatmesser blieb seither verschwunden.

16-Jährige macht überraschendes Geständnis

Das Landgericht Frankfurt ist für den Fall zuständig (Symbolfoto).
Das Landgericht Frankfurt ist für den Fall zuständig (Symbolfoto).  © Fredrik von Erichsen/dpa

Zu einer Überraschung kam es, als die 16-Jährige als Zeugin vernommen werden sollte.

Ihr Rechtsanwalt präsentierte dem überraschten Gericht eine Selbstanzeige, in der sich die Jugendliche der Bluttat selbst bezichtigte. Die Richter bezeichneten den in der Anzeige geschilderten Tathergang als völlig unglaubwürdig und eine "Unverschämtheit".

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das Mädchen nach der Beleidigung den Vater hinzugerufen hatte. Danach kam es laut Anklage zu der Messerattacke, für die es bislang aber keinen direkten Zeugen gibt. Selbst das Opfer konnte den Angeklagten infolge seiner Alkoholisierung nicht identifizieren.

Die Schwurgerichtskammer hat bislang vier Verhandlungstage bis Mitte Dezember vorgesehen.

Titelfoto: 123RF/Samantha Ireland

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