In Deutschlands Koks-Hochburg wird Ramsch-Heroin vertickt

Frankfurt - Die Mainmetropole und das Rhein-Main-Gebiet liegen an der Spitze, wenn es um den Kokain-Konsum in Deutschland geht. Doch auch Heroin wird in der Bankenstadt in großen Mengen verbraucht.

Im Durchschnitt enthalten die Spritzen in Frankfurt nur zu neun Prozent Heroin (Symbolbild).
Im Durchschnitt enthalten die Spritzen in Frankfurt nur zu neun Prozent Heroin (Symbolbild).  © dpa/Peter Steffen

Besonders an den Wochenenden wird in und um Frankfurt gekokst was das Zeug hält, ergab eine Studie (TAG24 berichtete). Das Kokain wird entweder direkt verbraucht oder zu der Modedroge Crack weiterverarbeitet, auch hier gilt Frankfurt als Hochburg in der Bundesrepublik (TAG24 berichtete).

Eine weitere Droge spielt in Frankfurt allerdings ebenfalls eine große Rolle: Heroin. Es wird laut Frankfurter Rundschau (FR) in der Stadt am Main doppelt so viel konsumiert wie Crack beziehungsweise Kokain. Doch was die Konsumenten dabei zu sich nehmen, ist anscheinend oft alles andere als hochwertiger Stoff.

Eine Untersuchung der Drogenreste in den Frankfurter Konsumräumen durch das Institut für Rechtsmedizin der Universitätsklinik in Freiburg ergab, dass das in Frankfurt verkaufte Heroin besonders minderwertig ist. Im Durchschnitt waren in den untersuchten Proben nur neun Prozent Heroin, der billige Rest: leicht erhältliches Schmerzmittel und Koffein, berichtet die FR.

"Der europäische Mittelwert bei durch die Polizei sichergestelltem Heroin liege bei 25 Prozent, also deutlich über dem Frankfurter Wert", berichtet die Frankfurter Neue Presse (FNP) in diesem Zusammenhang. Das Crack in Frankfurt schneidet laut FR deutlich besser bei der Untersuchung ab: Es besteht tatsächlich zu 70 Prozent aus Kokain, was angeblich dem Bundesdurchschnitt entspricht.

Die Untersuchung der Drogenreste aus den Konsumräumen dient als eine Art "Frühwarnsystem", schreibt die Rundschau weiter. So soll rechtzeitig erkannt werden, wenn die Drogen mit gefährlichen Beimischungen gestreckt werden, welche die Konsumenten zum Beispiel aggressiv machen.

Titelfoto: dpa/Peter Steffen


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