136 Millionen Euro hinterzogen: Jahrelang gesuchte Steuersünder stellen sich

Frankfurt am Main - Nach jahrelanger Fahndung haben Ermittler in Frankfurt zwei mutmaßlich führende Köpfe eines millionenschweren Umsatzsteuerkarussells verhaftet.

Die Verdächtigen stellten sich nach jahrelanger Flucht am Frankfurter Flughafen (Symbolfoto).
Die Verdächtigen stellten sich nach jahrelanger Flucht am Frankfurter Flughafen (Symbolfoto).  © DPA

Die seit Sommer 2014 mit internationalem Haftbefehl gesuchten Männer hätten sich am Dienstag am Frankfurter Flughafen gestellt, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Donnerstag mit.

Die beiden 37 und 40 Jahre alten Männer sitzen seit Mittwoch in Untersuchungshaft. Ihnen wird schwere Steuerhinterziehung vorgeworfen.

Die beiden Beschuldigten seien "dringend verdächtig", sich von August 2009 bis April 2010 als Mitglied einer Bande an einem Umsatzsteuerkarussell im Zusammenhang mit dem Handel von Luftverschmutzungsrechten (CO2-Zertifikate) beteiligt zu haben. Dabei sollen sie etwa 136 Millionen Euro Umsatzsteuer hinterzogen haben.

Über deutsche Gesellschaften wurden Emissionsrechte aus dem Ausland gekauft und im Inland über Zwischenfirmen weiterverkauft, ohne Umsatzsteuer zu bezahlen. Die jeweils letzte Gesellschaft in der Kette soll die Papiere wieder ins Ausland veräußert haben.

Dafür ließen sich die Betrüger vom Finanzamt Umsatzsteuer zurückerstatten, die nie gezahlt worden war.

Nach Erkenntnissen der Strafverfolger waren die beiden Männer als Statthalter des Bandenchefs maßgeblich an der Planung und Durchführung der Deals beteiligt. Von Dubai aus sollen sie über eine von ihnen kontrollierte Firma die Zertifikate in die Handelsketten eingespeist und als Verantwortliche von vier Firmen in Frankfurt, München und Berlin das Umsatzsteuerkarussell kontrolliert haben.

Der Chef der Bande war im Mai 2014 bei einer Boxveranstaltung in Las Vegas festgenommen worden und im April 2016 vom Landgericht Frankfurt wegen Steuerhinterziehung in 25 besonders schweren Fällen zu acht Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Titelfoto: DPA

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