Streik bei der Lufthansa, 1300 Flüge abgesagt! So ist die aktuelle Lage

Frankfurt am Main/München - Nach dem Beginn eines 48-Stunden-Streiks der Lufthansa-Flugbegleiter sind am Donnerstagmorgen am Frankfurter Flughafen bis einschließlich 9 Uhr mehr als 40 Flüge annulliert worden.

Leere Check-in Schalter der Fluggesellschaft Lufthansa im Terminal 1 des Flughafens Frankfurt.
Leere Check-in Schalter der Fluggesellschaft Lufthansa im Terminal 1 des Flughafens Frankfurt.  © DPA

Allein bis 7 Uhr sind laut der Flugauskunft auf der Website 15 Flüge gestrichen.

Die Prognose für die ersten zwei Stunden ab Öffnung des Flughafens besage außerdem, dass es weniger Landungen gebe als am Mittwoch, sagte eine Sprecherin.

Am Flughafen war demnach am frühen Morgen zunächst alles ruhig. Auch der Sprecher der Gewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies, sagte, kurz nach der aufgehobenen Nachtruhe sei es "immer noch relativ ruhig" in Frankfurt und München.

"Die ersten Kollegen, die jetzt zur Arbeit hätten kommen müssen, sind nicht erschienen. Die ersten Kollegen, die aus dem Ausland gekommen sind, haben sich schon den Streikaktivitäten angeschlossen." Zwischen 10 und 11 Uhr soll es am Münchener Flughafen eine Kundgebung der Flugbegleiter geben.

Der Konzern hatte für diesen Donnerstag bei seiner Hauptmarke Lufthansa rund 700 der weltweit 1100 geplanten Flüge gestrichen, so dass an den Drehkreuzen München und Frankfurt viele Maschinen am Boden bleiben und auch ein Großteil der lukrativen Überseeflüge ausfallen müssen. Insgesamt wurden 1300 Flüge bereits im Vorfeld abgesagt.

Allein am Frankfurter Flughafen seien an beiden Streik-Tagen 800 Flüge gestrichen worden, sagte ein Lufthansa-Sprecher am Donnerstagmorgen.

Lage am Frankfurter Flughafen nach Streikbeginn ruhig

Update 8.40 Uhr: Die Lage am Frankfurter Flughafen ist nach dem Beginn des Streiks der Lufthansa-Flugbegleiter weiterhin ruhig. Es gebe keine langen Warteschlangen oder Auffälligkeiten, sagte eine Sprecherin des Flughafenbetreibers Fraport: "Wir gehen davon aus, dass sich die Passagiere im Vorhinein informiert haben."

Von den 1330 für Donnerstag geplanten Flügen aller Airlines am Frankfurter Flughafen seien 386 annulliert worden. Ein Großteil davon seien Lufthansa-Flüge. Allein bis 9.00 Uhr sind laut Flugplan auf der Website des Flughafens mehr als 40 Abflüge von Lufthansa annulliert worden.

Insgesamt seien am Frankfurter Flughafen für Donnerstag und Freitag streikbedingt rund 800 Flüge gestrichen worden, sagte ein Lufthansa-Sprecher am Donnerstagmorgen.

Durch die Ausfälle der Inlandsflüge könnten die Züge der Bahn deutlich voller werden. Am Morgen war davon allerdings noch nichts zu sehen. Sowohl in Hessen als auch bundesweit sei es derzeit eine normale Verkehrslage ohne Besonderheiten, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn.

Lufthansa will Schlichtung mit Flugbegleitern

Update 9.14 Uhr: Im Tarifstreit mit der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo strebt die Lufthansa eine Schlichtung an.

Das erklärte Vorstandschef Carsten Spohr am Donnerstag in Frankfurt.

Ufo geht auf Schlichtungsgespräche ein

Update 11 Uhr: Die Kabinengewerkschaft Ufo zeigt sich bereit, mit der Lufthansa in Gespräche über eine Schlichtung des laufenden Tarifkonflikts einzutreten. Man werde die von Arbeitsdirektorin Bettina Volkens angeregten Gespräche über das Wochenende wahrnehmen, erklärte ein Ufo-Vertreter am Donnerstag. Der laufende Streik bei der Lufthansa solle unverändert auch am Freitag stattfinden.

Ufo werde aber von einer Ausweitung auf andere Flugbetriebe des Konzerns absehen.

Lufthansa-Chef will "Verhärtungen" auflösen

Update 13.10 Uhr: Bei den anstehenden Gesprächen mit den verschiedenen Flugbegleiter-Gewerkschaften strebt Lufthansa-Chef Carsten Spohr einen einheitlichen Tarifvertrag an. Es könne auch bei der Lufthansa-Kerngesellschaft nur einen Tarifvertrag geben, sagte er am Donnerstag. Hier müssten sich Unternehmen, Belegschaft und ihre Vertreter verständigen und bestehende "Verhärtungen" ausräumen.

Spohr verwies auf die Tochtergesellschaft Eurowings, bei der man mit Verdi und der Kabinengewerkschaft Ufo übereinstimmende Abschlüsse gefunden habe. Seit Mittwoch spricht Lufthansa zudem mit der erst in Gründung befindlichen "Cabin Union" der Ufo-Abspaltung IGL.

Für den am Donnerstag begonnenen 48-Stunden-Streik der Flugbegleiter mit rund 1300 Flugausfällen machte Spohr die Kabinengewerkschaft Ufo allein verantwortlich. Zu den anstehenden Schlichtungsgesprächen am kommenden Wochenende habe man Stillschweigen vereinbart, erklärte der Lufthansa-Chef. Man brauche die Vertraulichkeit, um schwierige juristische Fragen auszuräumen. "Wenn wir schlichten, muss das ganze juristischen Halt haben."

Lufthansa hatte seit Monaten dem Ufo-Vorstand die Vertretungsberechtigung abgesprochen und jegliche Verhandlungen abgelehnt. Am ersten Streiktag willigten dann beide Seiten in vorbereitende Gespräche zu einer Schlichtung ein.

Zahlreiche Flüge der Lufthansa werden auf einer Anzeigetafel am Münchener Flughafen als "cancelled" ausgewiesen.
Zahlreiche Flüge der Lufthansa werden auf einer Anzeigetafel am Münchener Flughafen als "cancelled" ausgewiesen.  © DPA

Titelfoto: DPA


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