Neue Pläne für die Zeil: Fluch oder Segen?

Das Einkaufscenter MyZeil ist vor allem für seine lange Rolltreppe bekannt.
Das Einkaufscenter MyZeil ist vor allem für seine lange Rolltreppe bekannt.  © DPA/Arne Dedert

Frankfurt/Main - Die Frankfurter Zeil gilt derzeit als beliebteste Einkaufsstraße Deutschlands (TAG24 berichtete). Und sie soll es auch bleiben.

Um das in die Tat umzusetzen, stehen drei große Bauprojekte an, die die Attraktivität der Frankfurter Zeil weiter erhöhen sollen. So soll in dem 2009 erbautem Shoppingcenter "MyZeil" eine neue Gastronomie-Etage eingebaut werden und ein Kino einziehen.

Direkt daneben wird seit einem Jahr am neuen Geschäftshaus "UpperZeil" gewerkelt. Das neue Haus soll bis 2018 nach den Plänen des Frankfurter Architektenbüros Jürgen Engel entstehen.

Errichtet wird es auf dem Areal der ehemaligen "Zeilgalerie", die dafür abgerissen wurde.

Die neue UpperZeil soll bis 2018 fertig sein und als Geschäftshaus dienen.
Die neue UpperZeil soll bis 2018 fertig sein und als Geschäftshaus dienen.  © DPA/Arne Dedert

Als drittes Projekt entsteht in der Nähe der Zeil am Eschenheimer Turm auf dem ehemaligen Gelände der "Frankfurter Rundschau" das "Flare of Frankfurt".

Es handelt sich um Wohnungen, ein Hotel, Appartements, Geschäften und Gastronomie. Der gesamte Komplex, der nach den Plänen des Hamburger Architekten Hadi Teherani gebaut wird, soll im dritten Quartal 2017 fertig sein.

Damit sollen nicht nur Frankfurter in die Einkaufsmeile gelotst werden, sondern auch Touristen. Die Stadt wird damit immer attraktiver und immer mehr Zuziehende wollen in die Main-Metropole.

Und genau da liegt wiederum das Problem für viele Anwohner.

Das Flare of Frankfurt soll unter anderem ein Hotel, Geschäfte und Gastronomie enthalten sobald es fertig gebaut ist.
Das Flare of Frankfurt soll unter anderem ein Hotel, Geschäfte und Gastronomie enthalten sobald es fertig gebaut ist.  © DPA/Arne Dedert

Die Stadt boomt und gleichzeitig fehlt Wohnraum

Mit dem Spruch "Stadt für alle" machen immer wieder Gruppen auf die Wohnungsnot in Frankfurt aufmerksam.
Mit dem Spruch "Stadt für alle" machen immer wieder Gruppen auf die Wohnungsnot in Frankfurt aufmerksam.  © dpa/Boris Roessler

Was aus dem Boom resultiert: Hohe Mieten, immer teurere Wohnungen, teils rasant steigende Grundstückpreise.

Doch der Bedarf, der durch den Zuzug in Großstädte und die Zuwanderung wächst, lässt sich nicht so leicht decken. Das führt zu Engpässen. Obwohl in Hessen viele neue Wohnungen gebaut werden, kann das Angebot nicht mit der stetig steigenden Nachfrage mithalten.

Die Folge: Vermieter und Eigentümer können es sich leisten, mehr zu verlangen, vor allem in den angespannten Ballungszentren. Und die Frankfurter? Viele können sich die hohen Mieten nicht leisten und rücken an den Rand der Stadt.

Vor allem Single-Haushalte wie Studenten, Rentner oder Alleinerziehende sind davon betroffen. Nur ein Monatsgehalt, Rente oder Bafög reichen für eine Wohnung in Großstädten wie Frankfurt und Umgebung häufig nicht mehr aus.

348.000 Menschen und damit 14 Prozent mehr als noch im Jahr 2000 pendeln laut dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung derzeit jeden Tag nach Frankfurt. Die Stadt ist damit knapp hinter München die zweitgrößte Pendlerhochburg Deutschlands.

Titelfoto: DPA/Arne Dedert


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