Am Straßenstrich mit Armeepistole auf Prostituierte geschossen: Fällt nun das Urteil?

Frankfurt am Main - Nach einem Schuss auf seine Partnerin wird im Prozess am Mittwoch (14 Uhr) vor dem Landgericht Frankfurt das Urteil erwartet.

Der Frau blieb die Kugel im Kiefer stecken (Symbolfoto).
Der Frau blieb die Kugel im Kiefer stecken (Symbolfoto).  © Andreas Arnold/dpa

Die Staatsanwaltschaft plädierte auf eine Strafe von zehn Jahren und zwei Monaten Haft für den 50 Jahre alten Angeklagten.

Laut Anklage gab er im Februar vergangenen Jahres am "Straßenstrich" am Frankfurter Messegelände auf seine Lebensgefährtin einen Schuss aus einer mehr als hundert Jahre alten Armeepistole ab.

Die Kugel blieb im Kiefer der 30 Jahre alten Prostituierten stecken. Danach schoss er sich selbst in den Kopf, doch der Suizidversuch misslang.

Der Prozess vor der Schwurgerichtskammer lief seit Anfang Januar.

Neun Jahre und zwei Monate Haft für Schüsse auf Ex-Lebensgefährtin

Update 15.50 Uhr: Weil er auf seine ehemalige Lebensgefährtin geschossen hatte, ist ein 50 Jahre alter Mann am Mittwoch vom Landgericht Frankfurt zu neun Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt worden. Die Schwurgerichtskammer ging von versuchtem Totschlag, gefährlicher Körperverletzung und unerlaubtem Waffenbesitz aus. 

Der in Deutschland aufgewachsene Türke war im Februar vergangenen Jahres am Straßenstrich am Frankfurter Messegelände aufgetaucht, wo die 30 Jahre alte Partnerin nach der Trennung wieder der Prostitution nachgegangen sein soll. 

Nach einem Wortgefecht schoß er der Frau aus einer bereits mehr als hundert Jahre alten Armeewaffe ins Gesicht. Die Kugel blieb jedoch im Kieferknochen stecken. Anschließend schoss er sich selbst in den Kopf, doch der Suizidversuch misslang. 

"Es war eine unglaubliche Kombination glücklicher Zufälle, dass beide noch leben", sagte der Vorsitzende Richter im Urteil. Der 50-Jährige und die Frau hatten sich in einem FKK-Club kennengelernt - die darauf folgende Beziehung sei von Drogen- und Alkoholkonsum und von Streit und Gewalt geprägt gewesen. Schließlich habe die Frau beschlossen, sich von dem Mann zu trennen.

Vor Gericht hatte der Angeklagte lediglich den Waffenbesitz eingeräumt. Alle anderen Vorwürfe seien auf Fahrlässigkeit beziehungsweise einen Erinnerungsausfall durch Alkohol und Rauschgift zurückzuführen gewesen. 

Das Gericht wies diese Aussage als "Ansammlung von Schutzbehauptungen" zurück. Im Strafmaß blieben die Richter um ein Jahr hinter dem Antrag der Staatsanwaltschaft zurück. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Das Urteil fällt vor dem Landgericht Frankfurt (Symbolfoto).
Das Urteil fällt vor dem Landgericht Frankfurt (Symbolfoto).  © Fredrik von Erichsen/dpa

Titelfoto: Andreas Arnold/dpa


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