Vater und Sohn schlagen auf 44-Jährigen ein: Erkaufen sie sich nun Bewährungsstrafe?

Frankfurt am Main - Trotz lebensgefährlicher Schläge und Tritte gegen einen Passanten in einer Frankfurter Fußgängerzone haben die beiden mutmaßlichen Täter, Vater (50) und Sohn (21), Aussicht auf Bewährungsstrafen.

Das Urteil soll Ende Januar fallen (Symbolfoto).
Das Urteil soll Ende Januar fallen (Symbolfoto).  © Fredrik von Erichsen/dpa

Der Vater überwies an den 44 Jahre alten Verletzten 90.000 Euro Schmerzensgeld - im Gegenzug erklärte sich der Rechtsanwalt des vor dem Landgericht Frankfurt als Nebenkläger vertretenen Opfers mit einer Bewährungsstrafe für beide Angeklagte einverstanden, hieß es am Freitag.

Die Jugendstrafkammer wird voraussichtlich Anfang Januar das Urteil bekanntgeben.

Lediglich der Vertreter der Staatsanwaltschaft forderte für den Vater eine Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten wegen gefährlicher Körperverletzung. Eine Bewährungsstrafe könne man nicht mit Schmerzensgeld erkaufen, hieß es im Schlussvortrag.

Für den Sohn allerdings wurde ebenfalls eine Bewährungsstrafe von einem Jahr beantragt. Der Anklagevertreter ging von gefährlicher Körperverletzung aus, nicht mehr - wie angeklagt - von versuchtem Totschlag.

Die beiden Angeklagten waren im Dezember 2017 zufällig dem Passanten nach einer Weihnachtsfeier auf der Frankfurter "Fressgass" begegnet. Ohne ersichtlichen Anlass kam es zu einem Wortwechsel und danach zu der Gewaltattacke gegen den bereits am Boden liegenden Mann. Dieser erlitt unter anderem eine Gehirnerschütterung und weitere schwere Verletzungen. In dem seit September laufenden Prozess hatten die beiden Angeklagten zunächst geschwiegen oder sich auf alkoholbedingte Gedächtnisausfälle berufen.

Erst als Bewährungsstrafen in Aussicht gestellt wurden, kamen Geständnisse und die Schmerzensgeldzahlung.

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