30 Jahre nach Doppelmord in den USA: Jens Söring soll freikommen

Frankfurt am Main - Drei Jahrzehnte lang saß Jens Söring in den USA in Haft - verurteilt wegen Mordes an den Eltern seiner damaligen Freundin. Jetzt soll er aus der Auslieferungshaft freikommen.

Jens Söring steht am 9.07.2003 in der Justizvollzugsanstalt Brunswick Co.
Jens Söring steht am 9.07.2003 in der Justizvollzugsanstalt Brunswick Co.  © Carlos Santos/AP/dpa

Der in den USA wegen Doppelmordes verurteilte Deutsche Jens Söring wird nach Angaben seiner Unterstützer voraussichtlich am Montag aus der Auslieferungshaft freikommen.

Es sei noch unklar, ob Söring, der mehr als drei Jahrzehnte in Haft war, nach seiner Entlassung direkt zum Flughafen nach Washington gefahren werde oder ob es noch eine Zwischenstation gebe, sagte ein Sprecher des Freundeskreises von Söring am Sonntag.

Der 53-Jährige werde am Dienstag voraussichtlich um die Mittagszeit am Frankfurter Flughafen eintreffen. Die genaue Zeit stehe noch nicht fest und werde vermutlich am Montag bekanntgegeben. Nach seiner Ankunft werde Söring eine kurze Erklärung abgeben.

Das zuständige Gremium im US-Bundesstaat Virginia hatte im November entschieden, Söring auf Bewährung freizulassen und abzuschieben. Wegen Mordes an den Eltern seiner damaligen Freundin Elizabeth Haysom im Jahr 1985 war der Deutsche zu zweimal lebenslanger Haft verurteilt worden. Söring hatte die Morde zunächst gestanden, später aber das Geständnis widerrufen. Er beteuert bis heute seine Unschuld.

Jens Söring schon bald in Deutschland?

Der 53-Jährige soll am Montagabend mit einer Linienmaschine von des USA aus losfliegen (Archivbild).
Der 53-Jährige soll am Montagabend mit einer Linienmaschine von des USA aus losfliegen (Archivbild).  © privat/DPA

Der "Spiegel" hatte am Samstag gemeldet, dass Söring am Montagabend in eine Linienmaschine nach Frankfurt gesetzt werden solle und ohne Polizeibegleitung fliegen könne.

Das Auswärtige Amt wollte den Bericht auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nicht kommentieren.

Am Sonntag hieß es auf einem Twitteraccount, der den Angaben zufolge von Mitgliedern des Freundeskreises betrieben wird: "Möglicherweise, hoffentlich, bricht für Jens in diesen Minuten nach 33 Jahren, 7 Monaten und 15 Tagen der letzte Tag in Gefangenschaft an." Söring kenne die Meldungen über seine Rückkehr am Dienstag und würde sich "unwahrscheinlich freuen, wenn es tatsächlich so käme!"

Nach Einschätzung seines US-Anwalts stehen Sörings Chancen auf eine Haftentschädigung allerdings nicht sehr gut. Ohne eine Rehabilitierung könne der heute 53-Jährige die US-Justiz nicht in einem Zivilverfahren auf Entschädigung verklagen, sagte der pensionierte Rechtsanwalt Stephen Northup der "Bild"-Zeitung Ende November - kurz nachdem bekannt geworden war, dass der Diplomatensohn auf Bewährung freigelassen und abgeschoben werden soll.

"Eine solche Klage ist nur möglich, wenn es eine vollständige Begnadigung gibt", zitierte das Blatt den Anwalt.

Update, 16.51 Uhr: Sörings Ankunft am Dienstagmittag in Frankfurt bestätigt

Jens Söring wird am Dienstagmittag in Frankfurt erwartet. Er werde gegen 12 Uhr am Flughafen landen, teilte der Freundeskreis des 53-Jährigen mit

"Wir werden ihn dort mit Freunden in Empfang nehmen." Gegen 13.10 Uhr wird Söring ein knappes Pressestatement im Fraport Conference Center abgeben.

"Im Anschluss wird Söring erstmal Urlaub machen", sagte ein Sprecher. Später wolle er dann durch Deutschland reisen und seine Unterstützer besuchen.

Titelfoto: Carlos Santos/AP/dpa


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