Stiefvater missbraucht jahrelang Töchter: Wie gefährlich ist der Mann?

Frankfurt - Vor gut sechs Jahren ist ein Mann wegen des mehrfachen sexuellen Missbrauchs seiner beiden minderjährigen Stieftöchter zu acht Jahren Haft verurteilt worden.

Über 16 Mal verging er sich an seinen Stieftöchtern (Symbolfoto).
Über 16 Mal verging er sich an seinen Stieftöchtern (Symbolfoto).  © DPA

Am heutigen Freitag (9.15 Uhr) entscheidet das Landgericht Frankfurt, ob der 58-Jährige möglicherweise in Sicherungsverwahrung kommt.

Beim Urteil im März 2012 war die Maßnahme unter Vorbehalt ausgesprochen worden.

Entscheidend für die Anwendung wird die Expertise eines psychiatrischen Sachverständigen sein, der sich vor Gericht zur Persönlichkeitsentwicklung des Mannes in den vergangenen Jahren äußert.

Der 58-Jährige hatte laut Urteil zwischen 1998 und 2009 die beiden Stieftöchter in Frankfurt und Mainz in mindestens 16 Fällen sexuell missbraucht.

Update, 15:40 Uhr: Sechs Jahre nach seiner Verurteilung zu acht Jahren Haft wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs muss ein Mann nicht noch in Sicherungsverwahrung.

Das Landgericht Frankfurt lehnte eine solche Maßnahme in einem Urteil vom Freitag ab. Mit einer Sicherungsverwahrung kommt ein Verurteilter auch nach Verbüßung seiner Haftstrafe erstmal nicht frei.

Der heute 58-Jährige, der die beiden Kinder seiner Lebensgefährtin zwischen 1998 und 2009 in Frankfurt und Mainz in mindestens 16 Fällen sexuell missbraucht hatte, habe während der Verbüßung seiner Haft eine positive Entwicklung mit einer mehrjährigen Therapie genommen, hieß es in der Entscheidung.

Ein psychiatrischer Sachverständiger hatte der Jugendschutzkammer bestätigt, nach derzeitigem Therapiestand sei nicht zu erwarten, dass der Mann nach seiner Haftverbüßung 2019 noch einmal in dieser Weise straffällig werde.

Das Landgericht hatte sich 2012 bei der Verurteilung des Mannes die Verhängung der Sicherungsverwahrung in der Psychiatrie ausdrücklich vorbehalten. Dieser war 2011 in U-Haft gekommen.

Auch die Staatsanwaltschaft schloss sich der Einschätzung des Gutachters ausdrücklich an. Mit der ehemaligen Lebenspartnerin und deren Kindern besteht dem Vernehmen nach kein Kontakt mehr.

Nach Angaben des Staatsanwaltes kann der 58-Jährige auch nach der Haftentlassung noch im Rahmen der sogenannten Führungsaufsicht beobachtet und bei möglichen Verstößen bestraft werden.

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