Nach "Team Wallraff"-Doku: Bericht über Zustände in Frankfurter Psychiatrie liegt vor

Wiesbaden/Frankfurt am Main - Nach Berichten über Missstände in der Psychiatrie des Klinikums in Frankfurt-Höchst hat der externe Berater die Stations-Überbelegung, fehlende Therapie-Angebote und die Kommunikation bei der Chefarzt-Visite kritisiert.

Der Eingang des Klinikums in Frankfurt-Höchst.
Der Eingang des Klinikums in Frankfurt-Höchst.  © DPA

Eine moderne Psychiatrie sollte sich mehr mit den Patienten und den Angehörigen auseinandersetzen und diese mit einbeziehen, "das wird schwierig, wenn man nicht miteinander redet", sagte Hans Joachim Kirschenbauer am Mittwoch bei der Präsentation seines Zwischenberichts in Wiesbaden.

Dagegen könne er etwa die angeprangerten Hygiene-Mängel nicht bestätigen. Auch hob er den Willen zur "rückhaltlosen und transparenten" Aufklärung aller Beteiligten hervor.

In einem Beitrag des Fernsehsenders RTL hatte im März eine verdeckt arbeitende Reporterin über Missstände in dem Frankfurter Krankenhaus berichtet (TAG24 berichtete).

Die Geschäftsführung der Klinik hatte daraufhin "erhebliche Mängel" eingestanden.

Für Kritik hatten auch Fixierungs-Szenen aus dem Beitrag gesorgt (TAG24 berichtete). Diese Fixierung sei aber für ihm "im grünen Bereich" gewesen, sagte Kirschenbauer.

Fixierungs-Szenen in Beitrag sind nicht zu beanstanden

Der Beitrag habe Hintergründe zu dem Fall nicht gezeigt. Derweil wertete das Sozialministerium die Maßnahmen vom Frühjahr 2018 aus - dem Zeitpunkt der Filmaufnahmen.

Die Prüfungen hätten ergeben, dass alle Fixierungen Folge einer ärztlichen Indikation waren, sagte Sozialminister Kai Klose (Grüne).

Er wies aber auch darauf hin, dass es damals noch nicht das Urteil des Bundesverfassungsgerichts galt, wonach Patienten für längere Zeit nur nach einer richterlichen Entscheidung fixiert werden dürfen.

Titelfoto: DPA

Mehr zum Thema Frankfurt Lokal:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0