Fällt jetzt endlich die Entscheidung um die Galopp-Rennbahn?

Pferderennen
oder Fußball, wer nutzt künftig das Gelände in Frankfurt Niederrad?
Pferderennen oder Fußball, wer nutzt künftig das Gelände in Frankfurt Niederrad?  © dpa/Boris Roessler, dpa/Annegret Hilse

Frankfurt - Der langwierige Streit um die Galopprennbahn in Frankfurt-Niederrad könnte am Donnerstag enden. Das Oberlandesgericht Frankfurt hat für diesen Tag eine Entscheidung angekündigt.

Der Renn-Klub Frankfurt und der Magistrat der Stadt streiten bereits seit 2015 vor Gericht um die Nutzung des Rennbahn-Geländes. Vor der beeindruckenden Kulisse der Frankfurter Skyline veranstaltete hier der Klub über Jahre hinweg seine Pferderennen.

Doch die Stadt als der Besitzer des Geländes kündigte den eigentlich bis 2024 geltenden Mietvertrag, damit der Deutsche Fußballbund (DFB) auf dem Areal ein Leistungszentrum errichten kann.

Gegen diese Kündigung und auch gegen die darauffolgende Räumungsklage wehrt sich der Renn-Klub seitdem mit juristischen Mitteln.

Dabei ist der Klub durchaus erfolgreich, erst Anfang Juni legte er das Gutachten eines Rechtsanwalts vor, demzufolge die Kündigung durch die Stadt "sittenwidrig" sei, wie die Frankfurter Neue Presse berichtete.

Prozessverzögerung wegen Penisbruch

Konnte wegen einer Penisruptur nicht am Prozess teilnehmen: Carl-Philip Graf zu Solms-Wildenfels.
Konnte wegen einer Penisruptur nicht am Prozess teilnehmen: Carl-Philip Graf zu Solms-Wildenfels.  © dpa/Andreas Arnold

Eine skurrile Wendung nahm der Gerichtsstreit auch im Mai dieses Jahres.

Ein für den 1. Juni angesetzter Verhandlungstermin musste verschoben werden, weil sich Carl-Philip Graf zu Solms-Wildenfels, ein Vorstandsmitglied des Rennklubs, eine Penisruptur zugezogen hatte, wie er gegenüber Hessenschu.de bestätigte.

Am Donnerstag soll nun die Entscheidung fallen: Das Oberlandesgericht Frankfurt will ein Urteil fällen. Ob der Streit damit aber wirklich beigelegt ist, bleibt fraglich.

"Wir sind zuversichtlich, dass unsere Rechtsauffassung geteilt wird", sagte ein Sprecher von Stadtrat Jan Schneider (CDU), dem für Bau und Immobilien zuständigen Dezernenten.

Ebenso zuversichtlich zeigt sich auch der inzwischen wieder genesene Carl-Philip Graf zu Solms-Wildenfels: "Wir sind natürlich von unserer Rechtsposition überzeugt." Der Renn-Klub schlägt als Kompromiss eine Parallel-Nutzung des Geländes vor, so dass Rennbahn und DFB-Leistungszentrum darauf Platz fänden.

Reißt dem DFB die Geduld?

Die
Computersimulation zeigt, wie das DFB-Leistungszentrum aussehen soll.
Die Computersimulation zeigt, wie das DFB-Leistungszentrum aussehen soll.

Die dritte Partei in dem Streit, der Deutsche Fußballbund, hofft natürlich auf ein Urteil zugunsten der Stadt.

"Wir haben die klare Priorität und den Willen, die Akademie dort zu bauen", betonte DFB-Präsident Reinhard Grindel gegenüber der Deutschen Presseagentur im Juni.

Sollte das Gericht am Donnerstag jedoch zugunsten des Renn-Klubs entscheiden, ginge der Streit mit Sicherheit in eine neue Runde. Die Stadt hat bereits angekündigt, in diesem Fall in die Revision zu gehen. Auch Graf zu Solms-Wildenfels will im Falle einer Niederlage weiterkämpfen.

Aber ist der DFB wirklich auf Frankfurt als Standort für seine Fußballakademie angewiesen? Ebenfalls im Mai dieses Jahres hatten Frankfurter Neue Presse und Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, das mehrere Städte aus dem Rhein-Main-Gebiet sich als Alternativen für den Deutschen Fußballbund angeboten hätten.

Zieht sich der Streit also weiter in die Länge, könnte es passieren, dass dem DFB der Geduldsfaden reißt.

Titelfoto: dpa/Boris Roessler, dpa/Annegret Hilse


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