Bundespolizisten sperren verletzten Verdächtigen nackt in Zelle: Ist die Strafe zu milde?

Frankfurt am Main - Nach gut sechs Wochen Verhandlungsdauer ist ein Strafverfahren gegen acht Bundespolizisten am Frankfurter Hauptbahnhof gegen Geldauflagen eingestellt worden.

Der Verdächtige soll trotz starker Schmerzen in der Gewahrsamszelle festgehalten worden sein (Symbolbild).
Der Verdächtige soll trotz starker Schmerzen in der Gewahrsamszelle festgehalten worden sein (Symbolbild).  © 123Rf/Sakhorn Saengtongsamarnsin

Die zwischen 29 und 58 Jahre alten Beamten waren wegen Körperverletzung im Amt sowie Nötigung vor dem Landgericht Frankfurt angeklagt.

Ein 21 Jahre alter, unter Drogenverdacht stehender Mann war im Dezember 2017 bei seiner Festnahme in der B-Ebene am Hauptbahnhof erheblich verletzt worden.

Den Beamten wurde vorgeworfen, den Mann trotz starker Schmerzen längere Zeit nackt in der Gewahrsamszelle festgehalten zu haben. Ein Arzt sei nicht alarmiert worden.

Wie am Mittwoch bekannt wurde, konnte in der Beweisaufnahme nicht abschließend geklärt werden, wie die Verantwortlichkeiten an jenem Abend verteilt gewesen seien.

Der Vorsitzende Richter sagte, es komme darüber hinaus auch lediglich eine fahrlässige Körperverletzung in Betracht. Die Geldauflagen in Höhe von jeweils 300 beziehungsweise 500 Euro seien deshalb "geeignet, das öffentliche Interesse an der Verfolgung dieser Straftaten zu beseitigen", heißt es in dem Gerichtsbeschluss vom Dienstag.

Das Geld soll der Frankfurter Bahnhofsmission zukommen.

Insgesamt standen acht Beamte unter Verdacht (Symbolbild).
Insgesamt standen acht Beamte unter Verdacht (Symbolbild).  © dpa/Swen Pförtner

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