Verdächtiger 27 Jahre nach mysteriösem Mord geschnappt: Doch ist der Täter ein ganz anderer?

Frankfurt - Im Prozess um ein bereits 27 Jahre zurückliegendes Gewaltverbrechen an einer Rentnerin im Frankfurter Bahnhofsviertel hat der Angeklagte am Dienstag die Vorwürfe bestritten.

Der 46-Jährige war damals drogenabhängig (Symbolfoto).
Der 46-Jährige war damals drogenabhängig (Symbolfoto).  © DPA

Über seinen Verteidiger ließ der 46-Jährige erklären, dass er damals infolge seiner Drogensucht seinen Lebensunterhalt zwar mit der Beute aus Wohnungseinbrüchen finanziert habe und im September 1991 auch in der Wohnung der 90-Jährigen gewesen sei. Den Mord allerdings müsse ein unbekannter Mittäter verübt haben.

Die Tochter der Getöteten berichtete dem Gericht, dass sie am Tattag bei ihrer Rückkehr in die Wohnung der Mutter mindestens zwei Männer gesehen habe. Die Polizei stellte später neben den Fingerabdrücken des angeklagten Türken auch weitere, nicht geklärte Fingerspuren fest.

Der Täter soll bei dem Einbruch zunächst von der 90-Jährigen ertappt worden sein. Bei dieser Begegnung kam es laut Anklage zu "stumpfer Gewaltanwendung", in deren Folge das Opfer starb. Der Angeklagte wurde nach dem Einbruch anderweitig inhaftiert und später in die Türkei abgeschoben.

Erst nach seiner Einreise nach Deutschland wurde er Anfang dieses Jahres festgenommen. Er hatte bei dem Antrag auf ein Visum einen Fingerabdruck abgeben müssen, der mit der in der Tatwohnung sichergestellten Spur identisch war.

Die Staatsanwaltschaft geht in der Anklage von Mord aus Habgier und zur Verdeckung einer Straftat aus.

Titelfoto: DPA

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