Sechsjähriger stirbt nach Stromschlag in Kita: Fahrlässige Tötung oder technische Mängel?

Frankfurt am Main - Nach dem Tod eines sechs Jahre alten Jungen in einer Frankfurter Kindertagesstätte ist weiter unklar, wann die Einrichtung wieder geöffnet wird.

Der Sechsjährige soll einen tödlichen Stromschlag erlitten haben (Symbolbild).
Der Sechsjährige soll einen tödlichen Stromschlag erlitten haben (Symbolbild).  © dpa/Frank Rumpenhorst

Wie ein Sprecher des zuständigen Bildungsdezernats der Stadt auf Anfrage mitteilte, werde zunächst das Gutachten eines Elektrikers abgewartet.

"Bis dahin bleibt die Kita auf jeden Fall geschlossen", sagte er am Montag in Frankfurt.

Die ermittelnde Staatsanwaltschaft plant nach eigener Darstellung ein eigenes Gutachten einzuholen.

Damit soll unter anderem herausgefunden werden, ob Sicherheitsmängel an der Elektrik den tödlichen Stromschlag verursachten.

"Das ist Teil der laufenden Ermittlungen", sagte eine Sprecherin der Behörde.

Sobald ein Sachverständiger die Stromversorgung kontrolliert habe, will auch die Unfallkasse Hessen (UKH) die Einrichtung wieder freigeben.

Noch am Freitag hatte eine Sprecherin der UKH gesagt, die Einrichtung sei nach dem Unfall begutachtet und für sicher befunden worden - am Montag schränkte sie die Aussage ein: Es seien lediglich keine weiteren Gefährdungen gefunden worden.

Letzter tödlicher Zwischenfall in Hessen im Jahr 2009

Der Sechsjährige war am Dienstagnachmittag in der Kita im Stadtteil Seckbach mutmaßlich durch einen Stromschlag tödlich verletzt worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung.

Laut Deutscher Gesetzlicher Unfallversicherung gab es im vergangenen Jahr bundesweit vier tödliche Schülerunfälle in der Kindertagesbetreuung.

In Hessen ereignete sich der letzte 2009.

Titelfoto: dpa/Frank Rumpenhorst

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