Missbrauchte ein Förderschullehrer mehrfach eine Schülerin (10)?

Frankfurt - Weil er eine damals zehn Jahre alte lernschwache Schülerin drei Mal sexuell missbraucht haben soll, hat die Staatsanwaltschaft am Mittwoch für einen Lehrer aus Hattersheim (Main-Taunus-Kreis) eine Haftstrafe von dreieinhalb Jahren gefordert.

Insgesamt drei Mal soll es zu sexuellem Kontakt gekommen sein (Symbolfoto).
Insgesamt drei Mal soll es zu sexuellem Kontakt gekommen sein (Symbolfoto).  © 123RF/Aleksandr Davydov

Der Verteidiger des Pädagogen, der die Vorwürfe energisch bestreitet, setzte sich dagegen in seinem Plädoyer für einen Freispruch des 60-Jährigen ein. Die Jugendschutzkammer des Landgerichts Frankfurt will am 7. Dezember das Urteil bekanntgeben.

Bereits im Oktober 2015 war der Angeklagte in Frankfurt wegen der Vorwürfe zu einer Haftstrafe von vier Jahren verurteilt worden.

Die Richter stützten sich damals auf die Aussagen der Schülerin, wonach es zunächst in einer Jugendherberge und später in einem Seminarraum der Schule und in der Wohnung des Lehrers zu sexuellen Übergriffen gekommen sei. Eine Sachverständige hatte die Schilderungen seinerzeit als glaubhaft eingeschätzt.

Der Bundesgerichtshof hob das Urteil jedoch im Juni vergangenen Jahres auf und empfahl dem Gericht, ein weiteres Gutachten einzuholen - diesmal von einer jugendpsychiatrischen Sachverständigen. Diese äußerte im zweiten Prozess schließlich Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Mädchens, bei dem eine "Suggestion nicht auszuschließen" sei.

Nach dem Bekanntwerden der bereits auf den Zeitraum 2012/13 datierenden Vorwürfe war der Lehrer vom Dienst suspendiert worden.

Im Juni 2017 wurde das vorige Urteil aufgehoben (Symbolfoto).
Im Juni 2017 wurde das vorige Urteil aufgehoben (Symbolfoto).  © DPA

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