Wenn Ihr diese Haftbefehle aus Frankfurt bekommt, ruft sofort die Polizei

Der Haftbefehl sieht zum Verwechseln echt aus, aber Opfer dürfen sich nicht täuschen lassen.
Der Haftbefehl sieht zum Verwechseln echt aus, aber Opfer dürfen sich nicht täuschen lassen.  © Polizeiinspektion Jena

Jena - Eine 81-jährige Frau aus der Gegend um Jena erhielt einen Haftbefehl von der Staatsanwaltschaft in Frankfurt, dabei hatte sie gar nichts verbrochen.

Wie die Polizei Jena mitteilte, stand in diesem Schreiben, dass sie sich bei der Justizvollzugsanstalt Frankfurt melden soll, weil sie eine offene Strafe von 28.500 Euro zahlen müsse.

Wenn sie die Summe nicht zahlen kann, hätte sie auch die Möglichkeit innerhalb von drei Tagen 9500 Euro zu zahlen, um so dem Haftbefehl zu entgehen. Doch die 81-Jährige durchschaute den Schwindel, und ging damit direkt zur Polizei.

In dem falschen Haftbefehl wurde die ältere Frau außerdem aufgefordert, sich umgehend bei ihrem Sachbearbeiter zu melden. Von dem sie bis zu diesem Zeitpunkt allerdings gar nichts wusste, oder wissen konnte.

Wenn die Frau nicht 28.500 Euro überweist, drohte ihr ein angeblicher Haftbefehl.
Wenn die Frau nicht 28.500 Euro überweist, drohte ihr ein angeblicher Haftbefehl.  © dpa/Bodo Schackow

Denn den Oberstaatsanwalt Loheide und auch den Sachbearbeiter Koch gibt es gar nicht, wie die Ermittlungen der Polizei ergaben. Bei dem Versuch einen dieser Herren telefonisch zu erreichen, würden auch nur Besetztzeichen kommen.

Was die alte Dame nicht wissen konnte: genau das ist das Ziel der Betrüger. Sobald die Opfer dort Anrufen, wird ihre Nummer automatisch gespeichert. Diese wird dann weiter verwendet um beispielsweise Lottogewinne anzupreisen, die es in Wirklichkeit aber auch nicht gibt.

Aber das kommt jemanden, der gerade mindestens 9500 Euro zahlen soll, ja dann gelegen, oder wie die Polizei es kommentiert: "Wer kann in einer solchen Lage nicht mal eben einen Geldsegen gebrauchen?"

Der falsche Haftbefehl sieht für viele, die keinen täglichen Umgang mit solchen Dokumenten haben, sehr echt aus. Durch Dienstsiegel, der Benennung von Aktenzeichen und Vollstreckungsbehörden erwecken die Schreiben den Anschein eines amtlichen Dokumentes. Gerade deshalb ist besondere Vorsicht geboten.

Sollten man solch ein Schreiben bekommen, empfiehlt die Polizei, kein Geld zu überweisen, nicht unter der angegebenen Rufnummer anzurufen, Anzeige zu erstatten und den Brief bei der Polizei abzugeben.

Titelfoto: Polizeiinspektion Jena


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