Terroranschlag in Deutschland geplant? 17-jähriger Iraker vor Gericht

Frankfurt - Weil er als mutmaßlicher Sympathisant der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) einen Selbstmordanschlag geplant haben soll, muss sich ein 17-jähriger Iraker vom heutigen Dienstag (10 Uhr) an vor dem Oberlandesgericht Frankfurt verantworten.

Der Staatsschutzsenat am Oberlandesgericht Frankfurt hat vorerst elf Verhandlungstage terminiert (Symbolbild).
Der Staatsschutzsenat am Oberlandesgericht Frankfurt hat vorerst elf Verhandlungstage terminiert (Symbolbild).  © dpa/Boris Roessler

Die Generalstaatsanwaltschaft legt Deday A. die "Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat" zur Last.

Der Anklage zufolge hortete der Angeklagte in der elterlichen Wohnung in Nordhessen größere Mengen Schwarzpulver, das er aus China-Böllern herausgelöst haben soll.

Darüber hinaus tauschte er sich laut Generalstaatsanwaltschaft im Internet mit Gesinnungsgenossen aus.

Vor der Festnahme soll der Angeklagte über das soziale Netzwerk Facebook einen anderen Verdächtigen aufgefordert haben, sich in Syrien oder dem Irak der Terrorvereinigung Islamischer Staat für einen Selbstmordanschlag anzuschließen.

Über einen Messenger-Dienst soll er außerdem einem dritten Verdächtigen per Video eine Anleitung für die Herstellung einer improvisierten Handfeuerwaffe übermittelt haben.

2015 als Flüchtling aus dem Irak gekommen

Der 17-Jährige aus dem nordhessischen Werra-Meißner-Kreis war 2015 nach Angaben der Staatsanwaltschaft zusammen mit seinen Eltern aus dem Irak nach Deutschland geflüchtet. Mitte Februar 2018 wurde er festgenommen.

Ein konkretes Anschlags-Ziel habe es noch nicht gegeben.

Der Staatsschutzsenat hat vorerst elf Verhandlungstage bis Anfang Mai terminiert.

Update, 15.37 Uhr: Der Prozess gegen den 17-Jährigen hat am Dienstag in Frankfurt begonnen.

Zum Prozessauftakt sage der Angeklagte aus, die China-Böller seien vom Silvester-Feuerwerk übrig geblieben, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) meldet.

Demnach bestätigte der heute 18 Jahre alte Angeklagte zumindest den äußerlichen Tatablauf vor Gericht. Zu den "subjektiven Umständen" werde er erst im weiteren Verlauf des Verfahrens Stellung nehmen.

Titelfoto: dpa/Boris Roessler

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