Mann fechtet Vaterschaft nach künstlicher Befruchtung an

Frankfurt - Männer können die Vaterschaft eines durch Embryonenspende gezeugten Kindes unter bestimmten Umständen anfechten.

Bei der künstlichen Befruchtung soll der Vater schon von der Mutter getrennt gewesen sein (Symbolfoto).
Bei der künstlichen Befruchtung soll der Vater schon von der Mutter getrennt gewesen sein (Symbolfoto).  © DPA

Das urteilte das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt im Juni und gab einem Antrag eines Mannes Recht, wie eine Gerichtssprecherin am Dienstag sagte.

Der Mann habe nicht in die Embryonenspende eingewilligt. Auch sei die ehemalige Lebensgemeinschaft mit der Mutter bereits früher gescheitert. (Az. 2 UF 194/16).

Der Antragsteller und die Mutter hatten sich demnach zwei Jahre vor der Geburt des Kindes im Sommer 2013 getrennt. 2008 hätten sie sich für eine künstliche Befruchtung entschieden - ohne Erfolg. Damals habe der Mann eingewilligt. Kurz vor der Trennung hätten beide noch einen Antrag auf künstliche Befruchtung in Tschechien unterzeichnet. Doch auch dieser Versuch sei fehlgeschlagen.

Im Jahr darauf soll die tschechische Klinik erneut unterschriebene Antragsformulare erhalten haben. Diesmal sei die Befruchtung gelungen: eine Tschechin habe das Kind geboren. Damals waren der Mann und die Mutter dem OLG zufolge zwar getrennt, doch galt er rechtlich noch als Vater, weil die beiden weiterhin verheiratet waren. Der Mann focht daraufhin die leibliche Vaterschaft an: Er habe die letzten Anträge aus dem Jahr 2012 nicht unterzeichnet.

Im Gerichtsprozess habe die Mutter dann nicht beweisen können, dass er tatsächlich auch den dritten Antrag zur künstlichen Befruchtung eigenhändig unterzeichnet habe. Die Entscheidung ist rechtskräftig.

Titelfoto: DPA

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