Paar drohen sechs Jahre Haft, weil sie Sand aus dem Urlaub mitnehmen

Chia (Sardinien) - Weil sie Sand aus dem Urlaub mitnehmen wollten, droht einem französischen Pärchen jetzt eine Haftstrafe von bis zu sechs Jahren.

Der traumhaft schöne Strand von Chia auf Sardinien.
Der traumhaft schöne Strand von Chia auf Sardinien.  © Elisa Locci/123RF

Es muss ein wundervoller Urlaub auf Sardinien gewesen sein. Wärme, ein türkisblaues Meer und weißer Sandstrand. Was gibt es da für eine schönere Erinnerung, als sich etwas Sand abzufüllen und mit nach Hause zu nehmen.

Das dachte sich auch ein Pärchen aus Frankreich, welches sich gleich 40 Kilogramm des körnigen Gutes sichern wollte und bei der Abreise in Porto Torres von der "Guardia di Finanza" aufgegriffen wurde, wie "BBC" berichtet.

Was das Paar nach eigenen Angaben nicht wusste: Das Mitnehmen von Sand, Korallen und Muscheln ist seit 2017 per Gesetz verboten und wird zumeist mit einer Geldstrafe von bis zu 3000 Euro geahndet.

Die beiden Franzosen wurden wegen Diebstahls von einem öffentlichen Vermögenswert angeklagt. Ihnen droht eine Haftstrafe zwischen ein bis sechs Jahren.

Warum die Strafe für die beiden Touristen so unverhältnismäßig hoch ausfallen könnte, darüber lässt sich nur mutmaßen. Fest steht, dass 40 Kilo Sand auf 14 PET Flaschen verteilt doch schon etwas mehr als die übliche Menge an Souvenir sind.

Es gibt zwei Gefahren für die Strände Sardiniens: Erosion und Diebstahl

Allein in diesem Sommer wurden schon ungefähr 200 Kilogramm des kostbaren Sandes bei Kontrollen am Flughafen Cagliari-Elmas entdeckt. Allerdings reisen viele Touristen per Fähre nach Sardinien und so ist kaum abschätzbar, wie viel Sand pro Jahr von der Insel verschwindet.

Pierluigi Cocco, ein Umweltforscher aus Cagliari, fasst es gegenüber der BBC so zusammen: "Sandstrände sind eine der Hauptattraktion von Sardinien. Aber es gibt zwei Gefahren: Eine ist die Erosion, welche zum Teil natürlich bedingt und zum Teil durch den Klimawandel verschuldet ist; die zweite ist der Sanddiebstahl der Touristen."

Zudem gibt es leider auch Touristen, die den Sand nicht mal als Souvenir mitnehmen, sondern ihn in Flaschen füllen und Online versteigern.

Titelfoto: Elisa Locci/123RF


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