Frau wird auf offener Straße verprügelt, AfD-Mann nutzt das schamlos aus

Geismar - Im kleinen Ort Großbartloff im Eichsfeld in Thüringen sorgt ein Video, das seit Mittwoch bei Twitter kursiert, für großes Aufsehen. Die AfD hat sich nun auch eingemischt und dabei einen großen Fehler gemacht.

Der Mann schlug immer wieder auf die Frau ein, solange, bis sie am Boden lag.
Der Mann schlug immer wieder auf die Frau ein, solange, bis sie am Boden lag.  © Screenshot/Twitter/Hartmann0049

76 Sekunden geht das Video, das ein Nutzer bei Twitter hochgeladen hat, darauf ist zu sehen, wie ein Mann eine Frau mitten auf dem Gehweg zusammenschlägt. Immer wieder prügelt er auf sie ein, bis sie am Boden liegen bleibt. Am Ende scheint er seine Aktion zu bereuen, versucht der Frau wieder auf die Beine zu helfen.

Schnell gab es wütenden Reaktionen auf das Video, die Polizei wurde darauf aufmerksam und begann in dem Fall zu ermitteln. "Das Video wurde bereits gesichert, der Sachverhalt parallel dazu mehrfach angezeigt. Die Ermittlungen laufen bereits, der Tatverdächtige ist bekannt", schreiben die Beamten unter das Video.

Zudem sei der Mann nach einem weiteren Zwischenfall in Gewahrsam genommen worden, sei aber mittlerweile wieder auf freiem Fuß. Aber gegen ihn laufen "Maßnahmen des Gewaltschutzgesetzes", auch auf Initiative der geschlagenen Frau.

AfD-Landessprecher Stefan Möller kommentierte das Video ebenso und war sich sicher: bei dem dunkelhäutigen Mann muss es sich um einen Flüchtling handeln. "In jedem funktionierenden Rechtsstaat würde der Typ abgeschoben. In #Thüringen bekommt der einen Sozialarbeiter gestellt - und Taschengeld auf Steuerzahlerkosten. Wir werden das ändern.#AfD", schreibt er.

Ermittlungen bringen wahre Hintergründe der Attacke ans Licht

Doch das Möller damit weit daneben liegt, wird am Freitag klar. Denn wie die TA berichtet, handelt es sich bei dem Mann nicht um einen Flüchtling, sondern um einen Franzosen der gemeinsam mit der Frau ein Kind hat, das aber in einer Pflegefamilie lebe. Seit Jahren führen die beiden ein On-Off-Beziehung, in der es immer wieder Gewalt gegeben haben soll, erst vor wenigen Wochen erließ ein Gericht ein Kontaktverbot.

Daran gehalten hatten sich die beiden aber offensichtlich nicht. Gemeinsam besuchten sie eine Feier, hatten in dem Ort übernachtet und waren am Morgen auf dem Weg zum Bus, als es mal wieder zu einer Attacke kam. In Leinefelde angekommen, habe der Mann dann wieder auf die Frau eingeschlagen und war so im Gewahrsam gelandet.

AfD-Mann Möller ruderte nach diesen Erkenntnissen zurück: "Ja, ich bin fälschlicherweise davon ausgegangen, dass es sich auch hier wie so oft um einen Asylbewerber handelt. War ein Irrtum. Den Typen würde ich trotzdem gerne loswerden", schreibt er nun. Bedauern tue er sein Kommentar aber nicht.

Titelfoto: Screenshot/Twitter/Hartmann0049

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