Frau erleidet Schlaganfall und alarmiert 112: Unfassbar, was sie da zu hören bekommt

Chemnitz - Diesen Tag wird Petra Walther (64) nie vergessen: "Ich wachte mit Kopfschmerzen auf, und meine linke Körperseite fühlte sich taub an. Ich konnte links nicht greifen und knickte beim Laufen weg." Die alleinstehende Frau wählt den Notruf 112 - doch die Rettungsleitstelle Chemnitz wimmelt sie ab. Nur wenig später wird ein Schlaganfall diagnostiziert.

Petra Walters (64) Notruf wurde von der Rettungsleitstelle abgewimmelt.
Petra Walters (64) Notruf wurde von der Rettungsleitstelle abgewimmelt.  © Maik Börner

Das Gespräch mit der Rettungsleitstelle macht Petra Walther bis heute fassungslos: "Ich schilderte die Symptome. Der Mitarbeiter fragte, ob mein Bein verfärbt ist oder eine andere Temperatur als das rechte hat. Dann sagte er, dass ich zum Hausarzt gehen soll", erzählt die Rentnerin.

"Auf meinen Einwand, dass ich Angst habe, einen Schlaganfall zu erleiden, bekam ich die gleiche Auskunft."

Weil Petra Walther ihre Wohnung nicht verlassen konnte, versuchte sie, ihre Hausärztin zu erreichen. Doch die war im Urlaub. Wertvolle Minuten vergingen. "Als ich der Vertretungsärztin die Symptome schilderte, war sie entsetzt, dass mich der Notruf abgewimmelt hat, und organisierte sofort einen Rettungswagen."

Petra Walther hatte Glück im Unglück: Zehn Minuten später waren Sanitäter bei ihr, fuhren sie ins Freiberger Krankenhaus, wo sich der Verdacht auf einen Schlaganfall bestätigte.

Im Kreiskrankenhaus Freiberg fühlte sich Petra Walther (64) gut aufgehoben.
Im Kreiskrankenhaus Freiberg fühlte sich Petra Walther (64) gut aufgehoben.  © Maik Börner

"Glücklicherweise war es kein schwerer Anfall, sodass ich nach einer Woche nach Hause konnte." Der Schock sitzt tief: "Das hätte auch anders ausgehen können. Für mich ist das unterlassene Hilfeleistung. Hier wurde mit meinem Leben gespielt."

Auf Anfrage von TAG24 hieß es Mittwoch aus der Leitstelle: "Das Personal fragt bei eingehenden Notrufen alle für eine medizinische Indikation erforderlichen Daten nach einem standardisierten Verfahren ab."

Und weiter: "Trotzdem kann es im Einzelfall vorkommen, dass die Indikation nicht der tatsächlichen Ursache entspricht, da unterschiedliche Erkrankungen oftmals vergleichbare Symptome aufweisen."

Die Mitarbeiter in der Zentrale müssen bei Notrufen innerhalb weniger Minuten entscheiden, was zu tun ist.
Die Mitarbeiter in der Zentrale müssen bei Notrufen innerhalb weniger Minuten entscheiden, was zu tun ist.  © Maik Börner
In der Rettungsleitstelle Chemnitz laufen seit Ende vergangenen Jahres die Notrufe der 112 für die ganze Region zusammen.
In der Rettungsleitstelle Chemnitz laufen seit Ende vergangenen Jahres die Notrufe der 112 für die ganze Region zusammen.  © Maik Börner

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