Eigene Frau (†44) stranguliert: Syrer (49) muss lebenslang hinter Gitter

Berlin - Als sich eine fünffache Mutter nach 17 Jahren Ehe trennen will, sieht der mann rot. Er stranguliert die Frau in ihrer Wohnung. Nun ist er zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Ermittler bei der Spurensicherung am Tatort. (Symbolbild)
Ermittler bei der Spurensicherung am Tatort. (Symbolbild)

Aus "maßloser Eifersucht und übersteigertem Besitzdenken" habe er die 44-jährige Frau in ihrer Wohnung stranguliert, begründete das Landgericht am Mittwoch sein Urteil. Der 49-Jährige wurde des Mordes aus niedrigen Beweggründen schuldig gesprochen. Das Gericht folgte damit dem Antrag des Staatsanwalts.

Die beiden Verteidiger des aus Syrien stammenden Angeklagten hatten auf einen Schuldspruch wegen Totschlags im Affekt plädiert.

Die vier gemeinsamen Kinder des seit Jahren getrennt lebenden Paares waren nicht in der Wohnung, als es am 5. Dezember 2017 gegen 13.00 Uhr zum Angriff kam. "Der Angeklagte wollte den Entschluss seiner Frau, sich nach langem Hin und Her endgültig zu trennen, nicht akzeptieren", hieß es im Urteil. Er sei verärgert gewesen, weil sich die Frau einem anderen Mann zugewandt hatte. Minutenlang habe er sie stranguliert - laut Ermittlungen vermutlich mit einem Kleidungsstück.

Der Angeklagte hatte nach dem Verbrechen die Feuerwehr alarmiert und erklärt, er habe gerade seine Frau getötet (TAG24 berichtete). Die Helfer hätten per Telefon Anweisungen für eine Reanimierung gegeben, so das Gericht. "Rettungsmaßnahmen aber hat er nur simuliert." Die Frau starb drei Tage später in einem Krankenhaus.

Der Mann war Ende der 1990er Jahre aus Syrien nach Deutschland gekommen. Kurz darauf hatten er und die Deutsche aus einer polnischen Familie geheiratet. "Doch die Eifersucht des Angeklagten zog sich von Anfang an durch die Beziehung", sagte der Vorsitzende Richter. Nach der Trennung habe er nicht hinnehmen wollen, "dass sie Dinge macht, die hierzulande eine Frau macht, ohne fragen zu müssen".

Der Syrer hatte den Angriff zugegeben, sich allerdings auf eine Tat im Affekt berufen. Die beiden Verteidiger sagten, ihr Mandant sei "verzweifelt, erschöpft und enttäuscht" gewesen. Er habe befürchtet, seine vier Kinder zu verlieren. An die Tat könne er sich "nur dunkel erinnern". Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.


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