Aus Habgier getötet? Rentner soll 91-Jährige mit Kissen erstickt haben

Hamburg - Eineinhalb Jahre nach dem Tod einer 91 Jahre alten Frau muss sich der damalige Betreuer der Seniorin wegen Mordes vor Gericht verantworten.

Ein Hamburger Justizbeamter steht vor der Verhandlung in einem Gerichtssaal.
Ein Hamburger Justizbeamter steht vor der Verhandlung in einem Gerichtssaal.  © DPA

Die Staatsanwaltschaft habe nun Anklage gegen den Mann erhoben, sagte Oberstaatsanwältin Nana Frombach am Dienstag in Hamburg. Wann genau der Prozess beginnt, stehe noch nicht fest.

Zunächst war der Hausarzt der Frau davon ausgegangen, dass sie wegen eines Herz-Kreislauf-Versagens gestorben war.

Nach einem Hinweis vom Pflegedienst habe sich die Polizei den Fall allerdings noch einmal genauer angeschaut. Eine spätere Obduktion habe schließlich ergeben, dass die 91-Jährige getötet worden war, so Frombach.

"Höchstwahrscheinlich ist sie mit einem Kissen erstickt worden. Es steht nicht sicher fest. Es gibt Anzeichen dafür, dass es sich um etwas Weiches gehandelt hat."

Der Betreuer, ein 74 Jahre alter Mann, sitzt seit Dezember in Untersuchungshaft (TAG24 berichtete).

Er soll die Frau heimtückisch und aus Habgier ermordet haben, weil er an ihrer Eigentumswohnung im Wert von etwa 200.000 Euro interessiert war.

Seit Dezember 2018 sitzt der Mann in Untersuchungshaft (Symbolbild).
Seit Dezember 2018 sitzt der Mann in Untersuchungshaft (Symbolbild).  © DPA

Der nicht mit dem Opfer verwandte 74-Jährige war Frombach zufolge testamentarisch als der Erbe der Seniorin eingesetzt worden.

Der Verdächtige selbst hatte im September 2017 die Rettungskräfte alarmiert und erzählt, er habe die Frau tot im Rollstuhl sitzend entdeckt. Später allerdings verstrickte sich der Mann zunehmend in Widersprüche.

Die weiteren Ermittlungen ergaben zudem, dass der Betreuer schon mehrfach Geld vom Konto der Frau abgezweigt hatte, indem er sie trotz ihres schlechten Gesundheitszustandes Überweisungsträger für die Bank unterschreiben ließ.

Auf diese Weise soll er rund 40.000 Euro ergaunert haben. Dem Betreuer wird deshalb zudem Betrug in mehr als 30 Fällen vorgeworfen.

Titelfoto: DPA

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