Frau soll Mann mutwillig überfahren haben

Mit einer Puppe stellten Ermittler und Sachverständige den Kriminalfall im April nach.
Mit einer Puppe stellten Ermittler und Sachverständige den Kriminalfall im April nach.

Von Alexander Bischoff

Leipzig - Ist diese Frau eiskalt oder handelte sie in Todesangst? Eine Leipzigerin (21) überfährt mit ihrem Kleinbus einen Mann (51), mit dem sie sich zuvor wegen eines Hundes gestritten hatte. Jetzt ist sie wegen Totschlags angeklagt.

Dieser Kriminalfall trug sich am 25. März am Rande des Leipziger Mariannenparks zu. Weil die Hundehalterin ihren Vierbeiner dort ohne Leine laufen ließ, geriet sie mit einem Anwohner aneinander. Peter M., der an diesem Tag seinen 51. Geburtstag feierte, wollte die Frau offenbar anzeigen und forderte die Herausgabe ihrer Personalien.

Die Hundehalterin begab sich jedoch unbeirrt zu ihrem Mercedes-Bus und startete den Motor. Nach Zeugenaussagen sprang Peter M. auf die Stoßstange, um das Wegfahren zu verhindern. Doch die junge Frau gab Gas. Laut Anklage fuhr sie bewusst in Schlangenlinien, um den Mann abzuschütteln. Bei einer abrupten Bremsung stürzte Peter M. tatsächlich auf die Straße. Die Fahrerin überrollte ihn daraufhin und flüchtete. Das Opfer starb kurz darauf im Krankenhaus.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Angeklagte den Tod des Mannes bewusst in Kauf nahm. Ihr drohen bis zu 15 Jahre Haft. Der Prozess ist noch nicht terminiert.

Foto: Bischoff


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