Frau täuscht Krebs vor, um Spendengelder abzugreifen

Chester County (Pennsylvania) - Was geht nur im Kopf eines Menschen vor, der mit den schlimmsten Ängsten anderer spielt und sich daran bereichern will? Ein Betrugsfall aus den USA sorgt aktuell für Entsetzen.

Die Augen voller Tränen, aber der Blick kontrolliert und stur nach vorne: Jessica Ann Smith belog alle mit einer angeblichen Krebserkrankung.
Die Augen voller Tränen, aber der Blick kontrolliert und stur nach vorne: Jessica Ann Smith belog alle mit einer angeblichen Krebserkrankung.  © Screenshot/Twitter/DeanNestor7

Jessica Ann Smith hat alle Menschen, einschließlich ihrer Familie, auf das Übelste getäuscht. Im Netz gab die 31-Jährige vor Krebs zu haben, um so an Spendengelder mitleidender Menschen zu kommen.

Damit der Plan authentisch wirkt, rasierte sie sich die Haare ab. Dann ging das betrügerische Spiel los.

Unter ihrem Mädchennamen Cornell eröffnete sie sowohl eine GoFundMe-, als auch eine Facebook-Spendenseite.

Hier bat die Mutter laut "6abc" um Spenden: "Jessica steht vor enormen medizinischen Kosten, Reisekosten, der Versorgung ihrer Kinder und entgangener Arbeit."

Über 10.000 Dollar (rund 9000 Euro) kamen so zusammen: "Sie nutze die Großzügigkeit der Menschen und die Angst vor einer Krebsdiagnose, um Geld für sich selbst zu verdienen.", sagt Chesters Bezirksstaatsanwalt Mike Noone. "Tatsache ist, dass sie keinen Krebs hatte. Sie hat gelogen."

Doch sie nahm nicht nur gerne das Geld, sondern ergriff jeden Vorteil, den ihr ihre scheinbare Krankheit brachte.

Eigener Mann kommt ihr auf die Schliche

Angeblich musste sich Jessica einer Krebsbehandlung unterziehen. (Symbolbild)
Angeblich musste sich Jessica einer Krebsbehandlung unterziehen. (Symbolbild)  © 123RF Yuriy Klochan

Als sie wegen Blutarmut am Tropf hing, machte sie ein Bild und verwendete es als Zeichen ihrer Behandlung gegen den Krebs.

Zudem fälschte sie Schreiben ihres Arztes, um nicht auf Arbeit gehen zu müssen. Auch ihr Vater musste laut "Daily Star" dran glauben.

Jessica gab vor, dass er tot ist und legte dem Arbeitgeber sogar eine Sterbeurkunde vor. Der wunderte sich später, weil er sich noch recht lebendig fühlte.

Doch bereits im August gab es Online erste Zweifel an ihrer Erkrankung. Sie musste sich in einem Podcast verteidigen und ging noch einmal voll auf Attacke. Jeder, der zweifelt, solle doch "mit ihr zur Chemo" kommen.

Schließlich kam ihr ausgerechnet der eigene Mann Robert auf die Schliche, so die "Washington Post".

Durch Zufall hörte er ein Telefonat von Jessica mit. Bei dem gab sie sich als Krankenschwester von sich selbst aus und bat wegen der Krankheit um eine Freistellung von Arbeit.

Robert ging zur Polizei und meldete, dass "seine Frau nach bestem Wissen keinerlei Krebs hat". Smith wurde festgenommen und kam nur gegen Kaution wieder frei. Wegen Diebstahls durch Täuschung muss sie sich jetzt vor Gericht verantworten.

Immerhin gaben GoFundMe und Facebook bekannt, dass die Spender ihr Geld zurückbekommen.


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