13 Frauen sexuell belästigt: Täter wusste angeblich nicht, dass das verboten ist!

Berlin - Weil er insgesamt 13 Frauen sexuell belästigt haben soll, wurde öffentlich nach dem Ägypter gefahndet. Nun muss er sich vor Gericht verantworten.

Nach einer Öffentlichkeitsfahndung stellte sich der Mann der Polizei.
Nach einer Öffentlichkeitsfahndung stellte sich der Mann der Polizei.  © Polizei Berlin

Zum Prozessauftakt konnte er sich an die vielen sexuellen Übergriffe nicht erinnern. "Vielleicht habe ich das alles gemacht, aber es war mir nicht bewusst", erklärte der 29-Jährige am Dienstag zu Prozessbeginn. Die Taten seien vermutlich auf seinen Drogenkonsum zurückzuführen.

13 Frauen fielen ihm zwischen April 2015 und Februar 2018 auf der U6 zum Opfer. So soll er sich vor ihnen entblößt und mehrere Geschädigte sexuell attackiert haben.

Der Angeklagte hatte nach den Ermittlungen auf den Bahnhöfen oder in den U-Bahnzügen zunächst visuell Kontakt zu den späteren Opfern aufgenommen. Er soll Geschädigte verfolgt, grob beleidigt, bedrängt haben. Mehreren Frauen habe er von hinten in den Schritt gefasst, eine Geschädigte vergewaltigt. Nach einer Öffentlichkeitsfahndung hatte sich der Verdächtige im März gestellt (TAG24 berichtete).

Als er sich auf den veröffentlichten Fotos erkannte, sei er entsetzt gewesen, sagte der angeklagte Koch. "Ich bedauere, was ich getan habe, erinnern aber kann ich mich an die Dinge nicht." Er habe damals "oft gefeiert und viel Heroin konsumiert". Er habe außerdem "jede Menge Tabletten geschluckt, auch Potenzmittel".

Laut B.Z soll der Ägypter den Ermittlern gegenüber der deutschen Politik die Schuld an seinen Taten gegeben haben. Wo er herkomme, seien solche Taten gegenüber Frauen an der Tagesordnung und würden nicht bestraft. Keiner habe ihm gesagt, dass es in Deutschland anders sei.

Der Prozess um Erregung öffentlichen Ärgernisses, Beleidigung, exhibitionistische Handlungen, sexuellen Übergriff, Körperverletzung und Vergewaltigung wird am 26. Juli fortgesetzt.

Titelfoto: Polizei Berlin