Schlechter Witz oder Diskriminierung? Mann klagt gegen Frauenparkplätze

München/Eichstätt - Wenn eine Stadt Frauenparkplätze ausweist, diskriminiert sie dann Männer - oder sogar Frauen? Mit dieser Frage befasst sich an diesem Mittwoch (10 Uhr) das Verwaltungsgericht München.

Diskriminieren Frauenparkplätze etwa auch Frauen? (Symbolbild)
Diskriminieren Frauenparkplätze etwa auch Frauen? (Symbolbild)  © 123RF

Stein des Anstoßes ist ein städtischer Parkplatz in Eichstätt. Nach der Vergewaltigung einer Frau im Jahr 2016 entschied die Stadt, dort Frauenparkplätze auszuweisen: gut beleuchtet, nicht so abgelegen.

Dafür wird sie jetzt verklagt. Ein junger Mann aus dem Rheinland, der zu Besuch in Eichstätt war, fühlte sich von den Frauenparkplätzen dort diskriminiert und zieht deshalb vor Gericht.

Er selbst will dazu vor der Verhandlung nichts sagen - erst danach. Nach Gerichtsangaben sieht er das "Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz" verletzt.

Er gab an, dass mit den Parkplätzen nicht nur Männer diskriminiert werden, sondern auch Frauen: Die Plätze suggerierten, dass sie nicht so weit laufen könnten und schutzbedürftig seien.

Update 12.55 Uhr: Kläger und Stadt einigen sich

Im Streit um Frauenparkplätze auf einem Eichstätter Parkplatz hat sich die Stadt mit dem klagenden Mann geeinigt.

Vor dem Verwaltungsgericht München kündigte die Kommune am Mittwoch an, ihre Frauenparkplätze neu zu beschildern. Sie folgt damit der Empfehlung des Gerichts.

Die neuen Schilder sollen deutlich zeigen, dass sie lediglich eine Empfehlung sind - also auch Männer ohne Konsequenzen auf Frauenparkplätzen parken dürfen. "Das ist ein Sieg für die Frauenparkplätze in ganz Deutschland", sagte der Verwaltungsdirektor der Stadt Eichstätt, Hans Bittl, im Anschluss.

Auf die Frage der Diskriminierung ging das Gericht am Mittwoch allerdings nicht ein. Es gehe nur um die Ausgestaltung der Schilder, betonte der Vorsitzende Richter.

Stadt und Kläger einigten sich darauf, dass die strittigen Schilder bis Ende Februar abgebaut und ersetzt werden.

Ein Auto hängt verkehrt herum an einem Durchgang in München: Über der Installation, die für einen Autohersteller wirbt, steht provokant die Aufschrift "Frauenparkplatz".
Ein Auto hängt verkehrt herum an einem Durchgang in München: Über der Installation, die für einen Autohersteller wirbt, steht provokant die Aufschrift "Frauenparkplatz".  © DPA

Titelfoto: 123RF

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