Nur wenige wollten Frauke Petry in Chemnitz sehen

Etwa 350 Menschen kamen zu AfD-Demo nach Chemnitz.
Etwa 350 Menschen kamen zu AfD-Demo nach Chemnitz.

Von Bernd Rippert

Chemnitz - Nur wenig Zulauf bei der AfD-Chefin Frauke Petry (40). 350 Zuhörer verfolgten ihren Auftritt am Abend vor dem Roten Turm.

Höhepunkt der Rede: Petry kündigte an, "dass wir am morgigen Sonnabend bei einer Großdemonstration in Berlin Angela Merkel die rote Karte zeigen." Lautstark skandierte das Publikum "Merkel muss weg!"

Zu Beginn sprach Frauke Petry am Rande mit dem Chemnitzer Pegidasprecher Steffen Musolt (69). Der wollte den umstrittenen Thüringer AfD-Vorsitzenden Björn Höcke (43) verteidigen.

Doch die Bundesvorsitzende Petry zeigte bei dem Thema klare Kante: "Wir müssen uns in der AfD auf eine Sprache einigen. Einige Floskeln von Björn Höcke waren schlecht."

Während eine Handvoll Linker von Chemnitz nazifrei böse zuschaute - die Polizei hatte einen Sicherheitsabstand von 150 Metern vorgeschrieben -, kritisierte Frauke Petry die Bundesregierung ("Wir sind nur noch Gäste im eigenen Land"), Ministerpräsident Stanislaw Tillich ("Unfähig oder Lügner, er muss die Regierung verlassen") und natürlich "das Asylchaos" ("Wir können nicht mehr von Flüchtlingen reden, die meisten werden nicht politisch verfolgt").

Sie forderte in Chemnitz die sofortige Kontrolle der deutschen Grenzen.

Zuvor hatte der AfD-Landtagsabgeordnete Carsten Hütter (54) aus Marienberg die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) gelobt: "Sie nennt das Asylverfahren jetzt auch planlos."

Frauke Petry während ihrer Rede in Chemnitz.
Frauke Petry während ihrer Rede in Chemnitz.
Rund 300 Menschen demonstrierten in Freiberg unter dem Motto "Freiberg wehrt sich".
Rund 300 Menschen demonstrierten in Freiberg unter dem Motto "Freiberg wehrt sich".

Auch in Freiberg fanden am Freitag zwei Demonstrationen statt

So rief die NPD unter dem Motto "Freiberg wehrt sich" zur Anti Asyl Demo auf. Hier kamen rund 300 Menschen zusammen, die anschließend eine Demonstrationsroute durch die Stadt abliefen, über die Beuststraße, den Forstweg, die Karl-Kegel-Straße und die Käthe-Kollwitz-Straße. Unter anderem wurden Parolen gerufen wie: "Hier marschiert der nationale Widerstand!".

Dagegen demonstrierten rund 450 Menschen. Diese skandierten gegen die Nationalsozialisten.

Die Demonstrationen liefen friedlich ab. Eine Einsatzhundertschaft der Polizei sicherte das Geschehen ab.

Fotos: Ernesto Uhlmann


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