Deshalb feiert der beim VfB gescheiterte Bobic nun Europa-Feste mit Frankfurt

Stuttgart - Dieser Tage blicken viele Fans und Verantwortliche der Fußball-Bundesligisten neidisch in Richtung der Europa-Helden von Eintracht Frankfurt – auch beim VfB Stuttgart, die am Sonntag (18 Uhr) im ehemaligen Waldstadion zu Gast sind.

Arbeiteten beim VfB Stuttgart zusammen: Der heutige Schalke-04-Sporvortstand Jochen Scheider und aktueller Eintracht-Frankfurt-Sportvorstand Fredi Bobic.
Arbeiteten beim VfB Stuttgart zusammen: Der heutige Schalke-04-Sporvortstand Jochen Scheider und aktueller Eintracht-Frankfurt-Sportvorstand Fredi Bobic.  © DPA

Denn von den Erfolgen der Hessen sind die Schwaben derzeit weit entfernt.

Während die Eintracht in der vergangenen Saison den DFB-Pokal gewann und aktuell wahre Feste in der Europa League feiert, steckt der VfB mal wieder tief im Abstiegssumpf.

Und einer, der eng mit dem Erfolg der Eintracht in Verbindung steht, hat eine langjährige VfB-Vergangenheit: Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic.

Von 1994 bis 1999 stürmte Bobic als aktiver Profi für den VfB.

2010 kehrte er als Sportlicher Leiter ins Schwabenland zurück und wurde 2013 schließlich zum Sportvorstand befördert.

Doch im Herbst 2014 war es dann vorbei mit der Liebe: Der VfB entließ seine Vereinslegende, nachdem die Schwaben nach fünf Spieltagen auf dem vorletzten Tabellenplatz dümpelten.

Stand beim VfB von 2010 bis 2014 in der sportlichen Verantwortung: Fredi Bobic.
Stand beim VfB von 2010 bis 2014 in der sportlichen Verantwortung: Fredi Bobic.  © DPA

Doch es waren nicht nur sportlich unruhige Zeiten beim VfB.

Im gesamten Verein brodelte es, da man sich hinsichtlich der zukünftigen Ausrichtung des Vereins uneins war.

Dabei stand der damalige Sportvorstand Bobic zwischen den Stühlen.

So war es Ex-VfB-Präsident Bernd Wahler, der offen vom Ziel Champions League sprach und Bobic versuchte, diesem gerecht zu werden.

Bobic wollte die Ausgliederung der Profiabteilung voranbringen, die er als nötig erachtete, um den VfB an die Bundesliga-Spitze zu führen.

Damit trat er allerdings wiederum den traditionsbewussten Fans, vor allem den Ultras, auf die Füße, die gegen die Ausgliederung waren.

Besonders bei den Fans umstritten: VfB-Präsident Wolfgang Dietrich.
Besonders bei den Fans umstritten: VfB-Präsident Wolfgang Dietrich.  © DPA

So scheiterte Bobic teilweise an der Moderation des Vereins.

In Frankfurt läuft es dagegen für Bobic deutlich besser. Abgesehen vom Pokalsieg in der vergangenen Saison, steht die SGE aktuell im Europa League-Viertelfinale und ist in der Bundesliga Fünfter.

Vielleicht ist der 47-Jährige erfahrener geworden, doch der Unterschied zum VfB ist vor allem, dass in Frankfurt der Verein im Vordergrund steht. Die Eintracht hat in den letzten Jahren eine von Einzelpersonen unabhängige Struktur in der sportlichen Führung geschaffen.

Neben Sportvorstand Bobic stehen die beiden Teammanager Christoph Preuß und Thomas Westphal, sowie Sportdirektor Bruno Hübner in der sportlichen Verantwortung.

In Stuttgart ist die sportliche Kompetenz dagegen bis heute rar.

Während Bobic damals immerhin noch den heutigen Schalke-04-Sportvorstand Jochen Schneider an seiner Seite hatte, steht der aktuelle Sportvorstand Thomas Hitzlsperger wieder alleine da.

Ex-VfB-Präsident Bernd Wahler.
Ex-VfB-Präsident Bernd Wahler.  © DPA

Und der heutige VfB-Präsident, Wolfgang Dietrich, der die Ausgliederung längst durchgeboxt hat, träumt ebenso oft von großen VfB-Erfolgen wie sein Vorgänger Wahler.

Doch vom Fußball versteht der ehemalige Sprecher von Stuttgart 21 und Software-Unternehmer eher wenig.

Im Vorfeld des Duells mit den Hessen äußerte sich dieser allerdings zu Bobic: "Das ist ein absoluter Macher, der in einem sehr schweren Umfeld in Frankfurt einen guten Job macht", sagte Dietrich gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

"Als Typ ist es ein Verlust, dass er dem VfB Stuttgart verloren gegangen ist", so der von VfB-Ultras stark kritisierte Dietrich weiter. (TAG24 berichtete)

Doch ob Bobic heute beim VfB mehr Erfolg hätte als damals, ist zu bezweifeln.

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