Schämt sich Freibergs CDU für KZ-Opfer Thälmann?

Ein Acrylschild soll über den Politiker Ernst Thälmann aufklären.
Ein Acrylschild soll über den Politiker Ernst Thälmann aufklären.  © Detlev Müller

Freiberg - Ein Streit um das städtische Thälmann-Denkmal spaltet derzeit Bürgerschaft und Freiberger Stadtrat. Der soll nun entscheiden, wie man Ernst Thälmann künftig würdigen soll.

Die Fraktion der Linken will das Denkmal am Stadtmauerstreifen vom Altstadtring mit einer Plakette aufwerten. „Wir wollen der jüngeren Generation erklären, wer Thälmann war. Dafür soll die Büste mit einer Tafel mit Lebensdaten wie der Ermordung Thälmanns im KZ Buchenwald aufwertet werden“, sagt Marcel Dönicke (30), Ortsvorsitzender der Linken.

Das 25 mal 20 Zentimeter kleine Acrylschild ist bereits angefertigt und bezahlt (108,29 Euro). Doch die CDU-Stadtfraktion läuft Sturm gegen den Vorschlag, sieht das Denkmal als „Hinterlassenschaft aus DDR-Zeiten“: „Thälmann war nie in Freiberg, passt zudem nicht zur Stadt. Das Ansehen Freibergs als Wissenschafts- und Forschungsstandort ist in Gefahr“, glaubt MdL Steve Johannes Ittershagen (40), Vize-Vorsitzender der CDU-Stadtratsfraktion.

Sie will den Stadtrat per Antrag auf seiner Sitzung am 6. Juli über den Plan der Linken beraten lassen. Dabei könnte deren Vorstoß womöglich genau ins Gegenteil umschlagen - Abriss statt Aufwertung.

Ittershagen: „Am konsequentesten wäre es, wenn man über die Entfernung des Denkmals nachdenkt. Für einen Stalinisten und Antidemokraten zu werben, stelle ich in Frage. Die Büste könnten sich die Linken dann in ihr Parteibüro stellen...“





Marcel Dönicke (30, Die Linke) will das Thälmann-Denkmal mit einer Tafel 
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Marcel Dönicke (30, Die Linke) will das Thälmann-Denkmal mit einer Tafel aufwerten.  © Detlev Müller

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