Ist das Sachsens schlimmste Horrorfamilie?

Die Familienmitglieder sind wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen angeklagt
Die Familienmitglieder sind wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen angeklagt

Von Doreen Grasselt

Freiberg - Diese Folter sollte kein Kind der Welt aushalten müssen. Auf der Anklagebank des Chemnitzer Landgerichts muss sich eine vierköpfige Familie wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen und schwerer Körperverletzung verantworten.

Laut Anklage haben die Eltern Andre G. (32) und Maria G. (31) gemeinsam mit der Schwester der Mutter und deren Lebensgefährtin ihre eigene Tochter über mehrere Monate hinweg brutal verprügelt. Als das Martyrium begann, war die Kleine gerade erst fünf Jahre alt.

Vater Andre G. habe seine Tochter oft geohrfeigt und mit Stahlkappen-Stiefeln so lange gegen die Oberschenkel des Mädchens getreten, bis es wimmernd am Boden lag. Einmal würgte er laut Anklage das Kind so lange, bis es bewusstlos umkippte.

Zur körperlichen Gewalt kam auch die seelische hinzu: Stundenlang soll die Kleine in ihrem Zimmer eingesperrt worden sein, musste zur Strafe Liegestüze machen, zehn Minuten auf dem Boden knien und einen Stock nach oben halten, endlos mit dem Gesicht zur Wand stehen.

Die mutmaßlichen Prügel-Familie auf dem Weg in den Sitzungssaal
Die mutmaßlichen Prügel-Familie auf dem Weg in den Sitzungssaal

Zweimal sei das Kind mit zahlreichen Blutergüssen in der Notaufnahme des Freiberger Krankenhauses gelandet.

Zuletzt, als alle vier Familienmitglieder gemeinsam mit einem Nietengürtel auf das Kind losgegangen seien: Das Mädchen musste sich dabei laut Anklage nach an die Badewanne stellen. Dann setzte es Schläge mit dem Grütel auf Oberschenkel, Po und Hüfte.

Die Angeklagten wollten sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Die Verteidigung hat einen Antrag auf Hinzuziehen eines psychatrischen Gutachters für die Mutter gestellt. Diese habe sich früher schon einmal in Behandlung befunden. Außerdem wollen alle vier Verteidiger das Opfer auf Glaubwürdigkeit prüfen lassen.

Das Kind lebt aktuell in einer Pflegefamilie. Der Prozess wird fortgesetzt.

Mit einem Nietengürtel sollen die Angeklagten auf das Mädchen losgegangen sein
Mit einem Nietengürtel sollen die Angeklagten auf das Mädchen losgegangen sein

Fotos: Harry Härtel/haertelpress (2), Maik Börner (1)


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0