In Radeburg erfinden Sachsens Forscher den Strom neu

Radeburg/Freiberg - Öko-Zyniker witzeln ja gerne: "Der Strom kommt aus der Steckdose." Bleibt die Frage: Wie kommt der "Saft" da hinein?

Gaaanz vorsichtig! Chef Dieter Pfaltz, (68, r.) holt mit den TU-Ingenieuren Stephan Dunkel (l.) und Martin Groß frischgebackenes Verbundsolarglas aus dem Laminierungsofen.
Gaaanz vorsichtig! Chef Dieter Pfaltz, (68, r.) holt mit den TU-Ingenieuren Stephan Dunkel (l.) und Martin Groß frischgebackenes Verbundsolarglas aus dem Laminierungsofen.  © dpa/Jan Woitas

Findige Forscher aus Sachsen haben darauf nun eine ganz neue Antwort. Sie haben eine Verbundglasscheibe entwickelt, die (Sonnen)-Energie in Strom umwandelt.

Produziert wird der neue Wunderstoff in der Radeburger Glasbiegerei Pfaltz. Zweieinhalb Jahre lang hat Chef Dieter Pfaltz (68) daran getüftelt, rund 50 Versuche gemacht, bis das Zusammenbacken von geformten Glas und Solarfolie im Laninierofen klappte.

"Jetzt ist es technisch machbar, dass wir beispielsweise eine Bushaltestelle mit einem Dach aus diesem Glas ausrüsten, die Solarfolie tagsüber Strom erzeugt und die Haltestelle nachts ohne einen Stromanschluss beleuchtet wird", sagt der Ingenieur für Glastechnik.

Entscheidend für die Entwicklung waren eine Kooperation mit Ingenieuren vom Institut für Keramik-, Glas- und Baustofftechnik der TU Freiberg - und Fördermittel vom Bundeswirtschaftsministerium.

Über das Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand, kurz ZIM hat der Bund allein in Sachsen 7300 Projekte zwischen Delitzsch, Plauen und Görlitz mit rund 955 Millionen Euro angeschoben. Pfaltz: "So etwas auszuprobieren kostet Geld. Aus unserem laufenden Umsatz könnte ich das nicht bezahlen."

Die Zukunftsforschung hilft sogar bei der Bewahrung von Vergangenem. Als "Nebenprodukt" entstanden mehrere hundert Antik-Scheiben, die nun den Zwinger zieren.

Auch dieses Laborgebäude vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung in Leipzig bekommt Spezialscheiben aus Radeburg.
Auch dieses Laborgebäude vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung in Leipzig bekommt Spezialscheiben aus Radeburg.  © dpa/Jan Woitas

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