Erkrankter kam erst von Reise zurück: Masern-Fall in Sachsen

Freiberg - In Sachsen gibt es einen neuen Fall von Masern. Wie das Landratsamt Mittelsachsen mitteilt, ist ein Erwachsener im Altkreis Freiberg mit dem hoch ansteckenden Virus infiziert.

Der typische Hausschlag einer Masernerkrankung beginnt hinter dem Ohr und breitet sich dann über den ganzen Körper aus. (Symbolbild)
Der typische Hausschlag einer Masernerkrankung beginnt hinter dem Ohr und breitet sich dann über den ganzen Körper aus. (Symbolbild)  © 123RF

Ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt, teilte das Amt nicht mit. Nur, dass die Person nicht geimpft sei und nun in einer Klinik behandelt werde.

"Die Masernerkrankung gehört zu den ansteckendsten Erkrankungen, die nur beim Menschen vorkommt und durch Tröpfchen beim Husten, Niesen und Sprechen oder durch direkten Kontakt mit Erkrankten übertragen wird", teilte das Landratsamt mit.

Kennzeichen für eine Masernerkrankung können Fieber, Schnupfen, Husten oder eine Bindehautentzündung sein. Nach drei bis vier Tagen zeigt sich dann auch der typische rote Hautausschlag.

Die erkrankte Person sei erst von einer Reise aus dem Nahen Osten zurückgekehrt. Jetzt würden alle Kontaktpersonen ermittelt, deren Gesundheits- und Impfstatus geprüft.

Es ist die erste gemeldete Masernerkrankung in Mittelsachsen seit 2017.

Diskussion über Impfpflicht

Ein Masern-Virus.
Ein Masern-Virus.

Aktuell wird in Deutschland über die Einführung einer Impfpflicht für Masern, diskutiert. Bundespolitiker wie Familienministerin Franziska Giffey (40, SPD) haben sich bereits dafür ausgesprochen. "Es geht nicht nur um die Verantwortung jedes Einzelnen für sich und seine Kinder, sondern auch um die für andere. Der Staat muss dann handeln, wenn das Risiko, in Kindergärten, Schulen und anderen Einrichtungen Mitmenschen zu gefährden, anders nicht in den Griff zu bekommen ist."

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (38, CDU) hatte sich für eine Masern-Impfpflicht in Kindergärten und Schulen ausgesprochen. Zudem solle "idealerweise auch medizinisches Personal" gegen Masern geimpft sein, hatte er gesagt. Spahn hält es rechtlich auch für möglich, eine Impfpflicht in Gemeinschaftseinrichtungen umzusetzen. Es handele sich zwar um einen Eingriff in die Freiheit, aber die Aufklärungskampagnen in den vergangenen Jahren hätten nicht so gefruchtet wie erwartet. Immer noch sei die Zahl der Masern-Neuerkrankungen zu hoch.

Als Komplikation einer Masernerkrankung können Lungen- oder Mittelohrentzündungen auftreten und auch Hirnhautentzündungen drohen. Diese kann im schlimmsten Fall zu Behinderungen führen oder sogar tödlich verlaufen.

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