Mehr Erdwärme: Super-Bohrer beschießt Steine mit 25 Blitzen pro Sekunde

Dipl.-Ing. Erik Anders (35) am Versuchs-Bohrturm zur Vorführung der Technik.
Dipl.-Ing. Erik Anders (35) am Versuchs-Bohrturm zur Vorführung der Technik.  © Maik Börner

Freiberg - Großer Schritt in Richtung Energiewende: Forscher der TU Freiberg und der TU Dresden haben ein neues Bohrverfahren entwickelt, dass die Kosten für Tiefengeothermie reduziert. Beim Elektro-Impuls-Verfahren zerstören künstlich erzeugte Blitze das Gestein.

"Damit leistet das gemeinsame Projekt nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Energiewende, sondern zeigt auch, dass das im Labor entwickelte Verfahren praxistauglich ist“, so Matthias Reich, Professor für Bohrtechnik an der TU Bergakademie Freiberg. Um Erdwärme aus der Tiefe zu gewinnen, wird bislang mit Meißeln gebohrt. Mit dem neuen Bohrverfahren sollen die Kosten für tiefe Geothermalbohrungen im Hartgestein, zum Beispiel im Granit so weit gesenkt werden, dass die Nutzung von Erdwärme zur umweltfreundlichen Erzeugung von Wärme und Strom wirtschaftlich wird.

Die Arbeiten an der Probebohrung in Freiberg dauern noch bis Oktober. Beim Elektro-Impuls-Verfahren (kurz EIV) werden pro Sekunde ca. 25 Blitze mit einer Spannung von 500.000 Volt durch das Gestein geschickt, so können bis zu 25 Prozent der Kosten gespart werden.

Das harte Gestein in dem Demonstrator zerbröselt bei einer elektrischen Spannung von 500 000 Volt im Nu.
Das harte Gestein in dem Demonstrator zerbröselt bei einer elektrischen Spannung von 500 000 Volt im Nu.  © Maik Börner

Titelfoto: Maik Börner


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0