So knackt ihr Nüsse richtig!

Die schier unzähligen Methoden, eine Nuss zu knacken, haben es dem Chef des Instituts für Maschinenelemente, Konstruktion und Fertigung besonders angetan.
Die schier unzähligen Methoden, eine Nuss zu knacken, haben es dem Chef des Instituts für Maschinenelemente, Konstruktion und Fertigung besonders angetan.  © DPA

Freiberg - Nüsse richtig zu knacken, ist eine Wissenschaft. Kein Wunder also, dass sich ein Professor an der TU Bergakademie Freiberg des Themas angenommen hat.

Matthias Kröger, Leiter des Instituts für Maschinenelemente, Konstruktion und Fertigung, teilt alle Jahre wieder zur Adventszeit seine Leidenschaft fürs Nüsse knacken auch mit seinen Studenten.

Bei den beliebten Weihnachtsvorlesungen zeigt und erklärt der 49-Jährige, wie man am besten durch die harten Schalen an die weichen Kerne kommt, ohne die Frucht kaputt zu machen.

Nussknacker gibt es in zahlreichen Formen, Farben und aus unterschiedlichen Materialien. Da sind die geschnitzten Nussknacker aus dem Erzgebirge aus Holz, die Zangen aus Metall, Exzenterbrecher auch aus Plaste, Spindelnussknacker aus Holz oder auch Federnussknacker aus Metall und Katapultnussknacker aus Metall und Gummi. "Es gibt dafür einen ganz großen Markt", sagt Kröger. Besonders gelungen findet der Ingenieur ein flaches Metallherz, mit dem man Walnüsse öffnet.

Herr Kröger gab uns einen kleinen Ausblick auf den Mechanismus:

"Da der Macadamianusskern sehr druckempfindlich ist, führen die üblichen, große Druckkräfte gewöhnlicher Nussknacker schnell zum Bruch des Nusskerns. Entscheidend ist es, das die Nussschale bricht: Dafür bedarf es letztlich eines Risses in der Nussschale, der die Nuss zweiteilt. Risse wachsen bevorzugt unter Zugspannungen! Druckspannungen sind weniger geeignet, da sie die Risse eher wieder schließen (Vergleich: Holzspalten). Deswegen beruht die neue Nussknackerlösung auf einem speziellen Keilprinzip, das einen Anriss verursacht und dann in Umfangsrichtung Zugspannungen verursacht um die Nussschale zu zerbrechen."

"Einfach ist das Maß der Dinge. Das sind Lösungen, wo man sagt: Wow!"

Anhand eines Kerzenhalters für einen Weihnachtsbaum erläutert Matthias Kröger das Prinzip einer formschlüssigen Verbindung am 27.11.2017 in der TU Bergakademie Freiberg (Sachsen).
Anhand eines Kerzenhalters für einen Weihnachtsbaum erläutert Matthias Kröger das Prinzip einer formschlüssigen Verbindung am 27.11.2017 in der TU Bergakademie Freiberg (Sachsen).  © DPA
Mit einem benutzerunfreundlichen Nussknacker versucht Matthias Kröger am 27.11.2017 eine Haselnuss in der TU Bergakademie Freiberg zu knacken.
Mit einem benutzerunfreundlichen Nussknacker versucht Matthias Kröger am 27.11.2017 eine Haselnuss in der TU Bergakademie Freiberg zu knacken.  © DPA

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