Schatzsuche im Erzgebirge jetzt vom Heli aus!

Freiberg - Da reiben sich die alten Goldschürfer verwundert die Augen! Die Bodenschätze im Erzgebirge werden jetzt bequem aus der Luft gesucht - mit Hubschraubern und Drohnen.

Schatzsuche im 21. Jahrhundert: Vom Hubschrauber aus kann man größere Lagerstätten von Metallen und anderen Rohstoffen identifizieren.
Schatzsuche im 21. Jahrhundert: Vom Hubschrauber aus kann man größere Lagerstätten von Metallen und anderen Rohstoffen identifizieren.  © imago/Westend61

Im August wird ein Helikopter die Gegend um Geyer und Ehrenfriedersdorf erkunden, um die in der Hightec-Industrie dringend gesuchten Rohstoffe zu entdecken.

Die Region ist bereits hervorragend erforscht. Die Experten wissen, dass es hier Vorkommen von Zinn, Wolfram, Kupfer und Silber gibt.

Doch auch die recht seltenen und begehrten Elemente Indium, Germanium und Kobalt werden unter der Erde vermutet.

Die EU fördert mit 5,6 Millionen Euro ein Projekt, Methoden zu erproben, Bodenschätze mit nur minimalen Eingriffen in die Umwelt aufzuspüren. Denn die Akzeptanz des Bergbaus ist überall eher rückläufig.

So wird im August ein Hubschrauber zwischen Geyer und Ehrenfriedersdorf im Tiefflug eine spezielle Sonde über die Gegend schleppen.

Mit Magnetfeldsensoren können die physikalischen Eigenschaften des Bodens bis 500 Meter Tiefe erfasst werden und später in einem 3D-Modell dargestellt werden. Daraus kann man Rückschlüsse auf die vorhandenen Mineralien ziehen.

Bei der bisherigen Rohstoff-Suche musste man den Bohrer nach dem Prinzip "Versuch-und-Irrtum" ansetzen. Durch die Hubschrauber-Methode hat man aber den Hinweis, wo es sich am ehesten lohnen könnte.

Um diese Elemente geht es

  • Kobalt - Das magnetische Übergangsmetall ist so knapp, dass der Preis derzeit durch die Decke geht. Es verlängert die Akku-Laufzeit und wird für Smartphones, Kameras und E-Autos benötigt.
  • Indium - Das seltene Schwermetall wird vornehmlich in China gefördert. Es wird für Flüssigkristall-Anzeigen (LED) benötigt, findet sich im Handy oder im Bildschirm des Laptops wieder.
  • Germanium - Das erstmals in Freiberg entdeckte Element wird bei der Herstellung von Elektronikbausteinen und Glasfaser benötigt, außerdem im Bereich der Infrarottechnik eingesetzt.
Das Gebiet um die Greifensteine bei Geyer ist nicht nur oberirdisch eine Augenweide. Tief unter der Erde werden seltene Schätze vermutet.
Das Gebiet um die Greifensteine bei Geyer ist nicht nur oberirdisch eine Augenweide. Tief unter der Erde werden seltene Schätze vermutet.  © Imago/Blickwinkel
Ab Mitte August wird der Hubschrauber die Sonde über das Erkundungsgebiet fliegen und elektromagnetische Signale von möglichen Erzkörpern empfangen.
Ab Mitte August wird der Hubschrauber die Sonde über das Erkundungsgebiet fliegen und elektromagnetische Signale von möglichen Erzkörpern empfangen.  © BGR

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